Neonazi-Festival: Mehr als 6000 Rechte feiern auf der Wiese des Bürgermeisters

Damit bezog sich die Sprecherin auf die jüngsten Ereignisse in Sachsen-Anhalt.

In der thüringischen Kleinstadt Themar hat am Wochenende das seit Jahrzehnten größte Nazi-Rockkonzert Deutschlands stattgefunden. Mehr als 6000 Rechte aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland waren zu dem Festival unter dem Titel „Rock gegen Überfremdung“ gekommen. Es blieb weitgehend friedlich, die Polizei nahm lediglich drei Personen in Gewahrsam.

Insgesamt habe es 43 Strafanzeigen gegeben, unter anderem wegen des Verwendens von verfassungswidrigen Kennzeichen und Verstößen gegen das Waffengesetz. Zwischen den Bandauftritten hielten rechte Funktionäre Reden, weshalb die Veranstaltung trotz ihres weitgehend kommerziellen Charakters vom Gericht unter den Schutz der Versammlungsfreiheit gestellt worden war.

Gericht urteilt gegen die Gemeinde

Zu den auftretenden Bands gehörten mehrere Gruppen, die wegen ihrer rassistischen Texte in der rechten Musikszene Kultstatus genießen, wie etwa Sleipnir, Stahlgewitter und die Lunikoff Verschwörung aus Berlin mit ihrem Leadsänger Michael Regener, dessen frühere Band Landser 2003 vom Berliner Kammergericht als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde.

Unter den angekündigten Rednern waren einschlägig bekannte Rechtsextreme, darunter der 77-jährige frühere NPD-Vorsitzende und mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugner Günter Deckert sowie Thügida-Chef David Köckert.

Auch ein Anführer der antisemitischen Gruppe Europäische Aktion (EA) war als Redner angekündigt. Gegen ihn und andere EA-Aktivisten soll das Landeskriminalamt Thüringen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermitteln; vor drei Wochen erst gab es eine umfangreiche Durchsuchungsaktion. Ebenfalls auf der Rednerliste in Themar stand Denis Nikitin aus Russland, Kopf der martialischen Kampfsportgemeinschaft White Rex, der Neonazis im In- und Ausland drillt und mit entsprechender Bekleidung aus seinem eigenen Modelabel ausstattet.

Um den Versammlungscharakter hatte es im Vorfeld gerichtliche Auseinandersetzungen gegeben. Gemeinde und Landkreis wehrten sich dagegen, mit öffentlichen Geldern die...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung