Rechtsradikaler muss 100.000 Pfund Schadenersatz an syrischen Jungen zahlen

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Der britische Rechtsradikale Tommy Robinson

Der rechtsradikale britische Aktivist Tommy Robinson muss Schadenersatz in Höhe von 100.000 Pfund (umgerechnet rund 117.000 Euro) an einen syrischen Schuljungen zahlen. Ein britisches Gericht urteilte am Donnerstag, dass Robinson das Kind durch Äußerungen in den Onlinenetzwerken verleumdet habe.

Der syrische Junge Dschamal Hidschasi war im Jahr 2018 auf dem Spielplatz einer Schule in Nordengland angegriffen worden. Robinson verbreitete in zwei Videos auf der Online-Plattform Facebook daraufhin das Gerücht, dass Hidschasi selbst ein Gewalttäter sei. Wie die Anwältin des Jungen, Catrin Evans, mitteilte, erhielt ihr Mandant daraufhin Morddrohungen.

Robinson sagte vor Gericht, seine Äußerungen über Hidschasi seien im Wesentlichen wahr gewesen. Der Aktivist mit dem bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon führte ins Feld, "dutzende Berichte über aggressives, missbräuchliches und betrügerisches Verhalten" des Jungen gesammelt zu haben. Er war jedoch nicht in der Lage, seine Äußerungen zu beweisen.

Richter Matthew Nicklin begründete sein Urteil damit, dass die Anschuldigungen gegen Hidschasi "sehr ernst" gewesen und "weitläufig verbreitet" worden seien. Der Junge habe aufgrund der Videos "besonders schwerwiegende" Konsequenzen erlitten.

Francesca Flood, ein weiteres Mitglied von Hidschasis Anwaltsteam, begrüßte das Urteil. "Es erforderte großen Mut von unserem Mandanten Dschamal Hidschasi, seine Verleumdungsklage gegen einen so prominenten rechtsextremen und islamfeindlichen Aktivisten" zu verfolgen, sagte sie.

Robinson ist Gründer und Ex-Chef der Gruppierung English Defense League, die nach eigenen Angaben gegen die "Bedrohung durch den Islam" kämpft. Vor rund vier Jahren wurde er inhaftiert, nachdem er entgegen gerichtlicher Beschränkungen live über ein Strafverfahren wegen bandenmäßiger Vergewaltigung berichtet hatte.

gap/dja

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