Rechte Äußerungen: Sachsens Polizei kassiert Shitstorm

Nach Protest gegen die Formulierungen nach einer Festnahme rudert die Polizei in Sachsen zurück. (Bild: ddp Images)

Wirbel um eine Pressemitteilung der Leipziger Polizei über die Festnahme eines Libyers: Was darin geschrieben steht, könnte auch aus der Feder der AfD stammen. Nach Protesten im Netz folgt eine Entschuldigung.

Die Polizei Sachsens hat am Dienstag eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie die Festnahme eines 19-jährigen Libyers am Leipziger Hauptbahnhof bekannt gab. Dem Intensivtäter wird vorgeworfen, in weniger als sieben Wochen 26 Straftaten begangen zu haben. Der saloppe Tonfall, in dem das Statement verfasst wurde, bedient sich jedoch rechtspopulistischer Formulierungen.

Bereits in der tendenziösen Überschrift fragen die Beamten: “Straftatenbegehung als Form der Begrüßungshandlung?” Weiter im Text heißt es dann: “Ob es sich bei den Diebstahlshandlungen und Raubstraftaten um angemessene Begrüßungshandlungen gegenüber der Bevölkerung handelt, werden die Opfer mit Sicherheit zu verneinen wissen.”

Wenig überraschend: In den sozialen Medien erntet Sachsens Polizei daraufhin einen Shitstorm. Der Tenor: Die Polizei würde rassistisch statt neutral und rechtsstaatlich agieren. Die Formulierungen könnten so auch von der AfD stammen, so die Meinung vieler User.

Jetzt rudern die Leipziger zurück. In einer nachträglichen Stellungnahme bedauert die Polizeidirektion ihre Wortwahl:

“Insbesondere die hierbei gewählte Überschrift: ‚Straftatenbegehung als Form der Begrüßungshandlung?’ und der zugehörige Satz im ersten Absatz trugen wertenden Charakter, der den Ansprüchen an eine objektive und sachliche Falldarstellung nicht gerecht wird.”

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