Rechtspopulistin Le Pen geht gegen "Banken-Fatwa" vor

In Finanznöten: Die FN-Vorsitzende Le Pen

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen will juristisch gegen eine angebliche "Diskriminierung" durch französische Banken vorgehen. Sie sagte am Mittwoch in Paris, die Institute Société Générale und HSBC wollten alle Konten ihrer Partei Front National (FN) schließen und keine weiteren Kredite an sie vergeben. Le Pen sprach von einer "Banken-Fatwa".

Die Rechtspopulistin kündigte Klagen gegen die beiden Banken an. Zugleich rief sie alle Politiker und Wähler ihrer Partei auf, "die Front National und die Demokratie mehr denn je zu unterstützen".

Le Pen äußerte sich bei einer Pressekonferenz zum Thema "Wie die französische Demokratie durch Finanzoligarchen bedroht wird". Die FN-Vorsitzende wirft dem früheren Investmentbanker und Präsidenten Emmanuel Macron schon seit dem Wahlkampf vor, gemeinsame Sache mit der "Hochfinanz" zu machen.

Die Société Générale hatte die Partei nach FN-Angaben schon im Juli aufgefordert, alle Konten zu schließen. Das Institut will sich zu dem Fall nicht äußern und verweist auf das Bankgeheimnis. Le Pen sagte, sie sei von ihrer Hausbank HSBC ebenfalls aufgefordert worden, ihr Konto nach 25 Jahren zu schließen. Sie werde von der Bank regelrecht "herausgejagt".

Die Front National hat schon seit Jahren Finanzierungsprobleme. Im Jahr 2014 hatte die FN einen Kredit in Höhe von neun Millionen Euro bei der russischen First Czech Russian Bank aufgenommen, weil ihr französische und andere europäische Institute kein Geld leihen wollten. Im Juni dieses Jahres legte die Partei eine "patriotische Anleihe" mit drei Prozent Zinsen auf, um Geld von Bürgern einzutreiben.