Rechtskonservative Hardliner vor Sieg bei Parlamentswahl in Kolumbien

Kolumbien wählt am Sonntag ein neues Parlament und einen neuen Senat. Insgesamt 2730 Kandidaten gehen ins Rennen um die Sitze in beiden Kammern. Rechtskonservative Hardliner könnten Meinungsumfragen zufolge die absolute Mehrheit erringen

Kolumbien wählt am Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus und einen neuen Senat. Insgesamt 2730 Kandidaten gehen ins Rennen um die Sitze in beiden Kammern. Rechtskonservative Hardliner, die das Friedensabkommen zwischen Regierung und Farc-Rebellen von 2016 ablehnen, könnten Meinungsumfragen zufolge die absolute Mehrheit erringen. Die Mitte-rechts-Gruppierung von Staatschef Juan Manuel Santos, die Soziale Partei der nationalen Einheit, ist durch zahlreiche Korruptionsskandale diskreditiert. Bei der im Mai anstehenden Präsidentschaftswahl zur Bestimmung der Nachfolge von Santos tritt die Partei nicht einmal mit einem eigenen Kandidaten an.

Es ist die erste Wahl seit dem Friedensabkommen. Vor gut einem Jahr unterschrieb Farc-Chef Rodrigo Londoño an der Seite von Santos das Abkommen, das Lateinamerikas ältesten bewaffneten Konflikt beenden sollte. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) wandelten sich um in eine politische Partei namens Alternative revolutionäre Kraft des Volkes mit derselben Abkürzung Farc. Londoño, besser bekannt unter dem Kampfnamen Timochenko war als Farc-Spitzenkandidat bei der Präsidentschaftswahl am 27. Mai vorgesehen. Allerdings wird daraus nichts, weil der Ex-Guerillachef einen Herzinfarkt erlitt. Vor der Parlamentswahl gibt es unter den Meinungsumfragen keine, die für die Farc mehr als die für sie reservierten zehn Sitze sieht.