Rechtsexperte: "Die meisten Dieselfahrer müssen in den sauren Apfel beißen"

Die meisten Dieselfahrer können sich nach einer ersten Einschätzung des Rechtsexperten Jan-Eike Andresen nicht gegen drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in den Innenstädten wehren. "Die meisten Dieselfahrer müssen in den sauren Apfel beißen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, Fahrverbote prinzipiell zuzulassen. Für die Käufer von manipulierten Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns sind die Chancen auf Schadenersatz seiner Einschätzung nach aber gestiegen.

"Die Verteidigung von Volkswagen bricht zusammen", sagte Andresen, der die Rechtsabteilung des Rechtsdienstleisters Myright leitet. Myright hat sich auf Klagen gegen Volkswagen wegen manipulierter Abgaswerte spezialisiert. Bislang hätten die VW-Anwälte immer behauptet, es gebe keinen finanziellen Schaden durch die Manipulationen für die Kunden. "Wenn die Kunden mit ihren Autos aber nicht mehr in die Innenstädte dürfen, ist das ein sehr spürbarer Schaden", sagte Andresen.

Somit könnten sich 2,5 Millionen Kunden von Volkswagen, Audi, Seat und in Teilen auch von Porsche Schadenersatz erstreiten. Außerdem wies Andresen darauf hin, dass derzeit auch gegen andere Hersteller wie Daimler Ermittlungen laufen.