Rechter Mainstream: Wie die Parolen der AfD in unsere Köpfe gesickert sind

Sebastian Christ
Der AfD-Parteitag in Hannover im Dezember 2017

Es ist etwas ins Rutschen geraten in diesem Land, seitdem die AfD im Bundestag sitzt.

Dinge, die früher unsagbar schienen, sind heute in der politischen Debatte völlig normal geworden. Und das verändert unser Land.

Es wäre dabei wohl falsch, von einer Radikalisierung der AfD zu sprechen.

Die Rhetorik der Partei richtete sich bereits seit Beginn der Flüchtlingsdebatte bisweilen gegen die Werte des Grundgesetzes und gegen die Institutionen des Staates. Seit dem Einzug der Partei in den Bundestag jedoch ist die Überschreitung von Tabugrenzen zur alltäglichen Regel geworden.

Die AfD hat sich um die Demokratie verdient gemacht

Auch die AfD hat sich Verdienste um die Demokratie erworben, so paradox das klingt.

Radikale Kritik am System kann den demokratischen Parteien Defizite aufzeigen. Und nicht umsonst hat die Debatte um Ungleichheit in Deutschland seit den Erfolgen der Rechtsradikalen an Fahrt aufgenommen.

Wir schauen zu, wie die AfD ihr zerstörerisches Werk vollbringt

Extremistische Kritik zielt dagegen nicht mehr auf die Verbesserung des Bestehenden, sondern auf dessen Zerstörung. Und genau an diesen Punkt ist die AfD angekommen. Und wir? Schauen dabei eher gelangweilt zu.

Aussagen, die noch vor fünf Jahren ein handfester Skandal gewesen wären, finden heute derart regelmäßig statt, dass sie kaum jemand mehr so recht wahrnimmt. Das könnte ein folgenschwerer Fehler sein.

Drei Beispiele aus den vergangenen zwei Wochen.

Der frühere “Bild“-Journalist Nikolaus Fest sprach am 3. Mai auf dem “Bürgerdialog“ des AfD-Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg. Fest, der bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 das zweitschlechteste Wahlergebnis aller AfD-Direktkandidaten in Berlin erzielte, drohte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) damit, sie zu “erlegen“.

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