Rechnungsprüfer: Brüssel mit Mängeln in Griechenlandkrise

dpa-AFX

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die europäischen Rechnungsprüfer haben das Vorgehen der EU-Kommission in der Griechenland-Finanzkrise deutlich kritisiert. Die Brüsseler Behörde habe anfangs keine Erfahrungen mit derartigen Hilfsprogrammen gehabt, keine Prioritäten für die Umsetzung von Reformen festgelegt und auch keine breiter angelegte Strategie für das pleitebedrohte Land gehabt, teilte der Europäische Rechnungshof am Donnerstag in Luxemburg mit.

Zwar habe es bei der Finanzstabilität und bei Reformen Fortschritte gegeben. Doch die Programme hätten nur eingeschränkt zu Griechenlands wirtschaftlicher Erholung beigetragen, befanden die Prüfer.

Griechenland war nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in die Schuldenkrise gerutscht und wurde seit 2010 mit internationalen Krediten vor der Pleite bewahrt. Das Geld kam von den Euro-Partnern sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die EU-Kommission war Teil der Kontrollgruppe der internationalen Geldgeber.

Bislang wurden drei Hilfsprogramme bereitgestellt, das aktuelle läuft bis Mitte 2018 und hat ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Im Gegenzug muss das Land weitreichende Reformen und Einsparungen umsetzen.