Recherche zum Separatorenfleisch in der Wurst sorgt für Aufschrei

Investigative Journalist*innen haben mit Hilfe der FH Bremerhaven Separatorenfleisch in der Geflügelwurst nachgewiesen. Die Empörung in den Sozialen Medien ist groß.

Die Recherchen betreffen vor allem die Geflügelwurst-Produktion.
Die Recherchen betreffen vor allem die Geflügelwurst-Produktion. (Bild: REUTERS/Dado Ruvic)

Auf Twitter und in den Diskussionen in Deutschland sorgt eine Recherche von SPIEGEL und NDR zu in Supermärkten verkaufter Wurst für heftige Diskussionen. Der Hashtag #Separatorenfleisch trendete sofort auf Twitter. Allerdings zeigen sich viele der User*innen in ihren Social Media-Kommentaren nicht besonders überrascht.

Vegetarier spotten auf Twitter

So schreibt Twitter-User @skypromusic: "Als Vegetarier, der sich dauernd anhören muss, wieviel "Mist" in den Fleischersatzprodukten ist, muss ich bei der Erwähnung, des wunderschönen Wortes #Separatorenfleisch (Abfall den nicht mal der Hund isst) sehr laut lachen!" Twitter-User @jenshealthde erinnerte daran, dass das Wort Seperationsfleisch bereits vor mehr als 20 Jahren in der Auswahl zum "Unwort des Jahres" gestanden habe.

Und die ZDF-Satiresendung "heute-show" witzelte in einem Tweet, das Fleisch sei doch gekennzeichnet: "Es steht ja zum Beispiel Tönnies drauf".

Denn deutsche Fleischkonzerne wie Tönnies, Wiesenhof, Wiltmann stehen im Verdacht, sogenanntes "Separatorenfleisch" in preisgünstige Wurst zu mischen, die in Supermärkten verkauft wird. Journalisten von SPIEGEL (Artikel hinter Bezahlschranke) und NDR haben die Recherche erstellt. Dabei haben sie die Geflügelwurst vom Experten Stefan Wittke im Labor der FH Bremerhaven untersuchen lassen. Wittke hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem Separatorenfleisch in der Wurst nachgewiesen werden konnte.

Separatorenfleisch ist eigentlich Abfall

Wie die Organisation Foodwatch Deutschland erklärt, ist Separatorenfleisch eigentlich Abfall aus Fleischprodukten. Es ist viel billiger als Fleisch und besteht aus einem vom Knochen der Tiere - meist mit hohem Wasserdruck abgepressten - Brei. Dieser enthält Muskulatur, Fett und Bindegewebe oder auch Rückenmark. Die Verwendung von Separatorenfleisch müsste laut EU-Verordnung auf der Verpackung angegeben werden. Laut Recherche enthielten 50 Prozent der untersuchten Geflügelwurstwaren Separatorenfleisch - ohne das dies angegeben war.

Gefunden wurden das Separatorenfleisch in Geflügelwurst der Marken Gutfried, Edeka Bio, Rewe Bio oder Rewe Beste Wahl. "Das Zeug ist ekelhaft und minderwertig" lautet der Titel beim Wochenmagazin. Für falsche Angaben drohen den Fleisch-Unternehmen Geldstrafen. Doch diese bestreiten den Betrug.

Im Video: Ernährungsmediziner warnen: So ungesund ist Wurst

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