Reals Antwort auf Donnarumma

Marcel Bohnensteffen
Bilbao-Keeper Kepa Arrizabalaga soll spätestens im Sommer bei Real Madrid landen

Er ist noch gar nicht da und doch herrscht bereits Verwirrung um ihn. 

Zur Abwechslung geht es bei Kepa Arrizabalaga mal nicht um seinen Namen. Jedenfalls noch nicht. Dazu später mehr. 

Die Meldung, mit der die Zeitung AS am Donnerstag ganz Madrid in Aufregung versetzte, betrifft den Vertrag des spanischen Torwart-Talents. 

Demnach soll der 23-Jährige Real Madrid endgültig zugesagt haben. Und seinen Arbeitsbeginn soll sich der Keeper von Athletic Bilbao dem Vernehmen nach auch noch selbst aussuchen dürfen. 

Zwei Optionen für neuen Real-Keeper

Januar oder Juni 2018 - diese beiden Daten stellt die Zeitung in den Raum. Dazwischen steht jedoch eine nicht unerhebliche Summe Geld. 


Sollte Arrizabalaga bereits als Winter-Neuzugang kommen, müsste Real dem Ligarivalen eine stattliche Ablösesumme überweisen. Von bis zu 23 Millionen Euro ist die Rede. 

Warten die Königlichen noch ein halbes Jahr ab, wäre Arrizabalaga ablösefrei und Bilbao ginge leer aus. Derzeit sieht es aber so aus, als ob die Basken das in Kauf nähmen. 

Der Klub ziere sich, seinen Torwart schon im Winter ziehen zu lassen, berichten spanische Medien. Laut Marca hat Arrizabalaga am Donnerstag aber zumindest schon seinen Medizincheck absolviert.

Ein Umstand, der Bilbaos Trainer Jose Angel Ziganda auf die Palme brachte. "Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob er einen solchen Test gemacht hat", sagte er am Freitag. "Aber natürlich hätte er nicht unsere Erlaubnis dazu gehabt."

Real und Arrizabalaga - wann immer dann Vollzug gemeldet wird, wäre das das Ende einer monatelangen Hängepartie. 


Arrizabalaga, kurz: Kepa

Schon früh in dieser Saison hatten sich die Königlichen nach einer neuen Nummer eins umgesehen. Zu groß waren die Zweifel an dem fehleranfälligen Keylor Navas, der seine Kritiker im Klub selbst mit zwei Champions-League-Siegen in Folge nicht zu besänftigen vermochte. 

Navas geriet in den Personalplanungen beizeiten ins Abseits. Und weil Manchester United auch die x-te Anfrage für Wunschkandidat David de Gea abblockte, fingen die Real-Bosse irgendwann an, sich intensiv mit Arrizabalaga zu beschäftigen. 

Unter den patriotischen Fans in seiner Heimat gilt der U19-Europameister von 2013, inzwischen A-Nationaltorwart, als baskischer Donnarumma. Die Aussprache seines Namens ist wie eine Flugparade: Anspruch und Hochgenuss zugleich. Dabei nennen ihn alle nur Kepa. Kepa, den Keeper. 

Mit Bilbao steht Arrizabalaga zum Ende der Hinrunde nur auf Rang zwölf.


Guardiola hat das Nachsehen

Der Legende nach soll auch Pep Guardiola höchst angetan sein von dem Juwel zwischen den Pfosten. Um erst gar keine Konkurrenzangebote aus England aufkommen zu lassen, hat sich Real frühzeitig um Arrizabalaga bemüht. Offenbar mit Erfolg. 

Berichten aus England zufolge hat Guardiola die Hoffnungen auf den Nachwuchskeeper aufgegeben, sobald er Kenntnis davon erlangte, dass sich Reals Boss Florentino Perez um eine Alternative zu de Gea bemüht. 

Er muss geahnt haben, dass die Königlichen eine spanische Lösung bevorzugen.