Frust-Foul! Ronaldo sorgt bei Blamage für nächsten Eklat

Pere Pons (l.) wurde von Cristiano Ronaldo bei der Real-Blamage in Girona gefoult

Real Madrid hat in der spanischen La Liga eine sensationelle Pleite kassiert.

Beim katalanischen Aufsteiger FC Girona unterlagen die Königlichen mit 1:2 und verspielten dabei eine 1:0-Pausenführung (Ergebnisse des 10. Spieltags).

Obendrein droht Real-Star Cristiano Ronaldo noch Ärger. Der Portugiese hatte im Kampf um den Ball seinen Gegenspieler Pere Pons zunächst mit seinem linken Arm an dessen Hals weggeschoben. Anschließend touchierte Ronaldo mit seiner rechten Hand den Kopf und das Gesicht des Girona-Profis und drückte ihn so zu Boden.

Die Szene wurde vom Schiedsrichtergespann nicht gesehen, der Weltfußballer spielte bis zum Ende wieter, könnte aber anhand der TV-Bilder überführt werden. Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit könnte ihm eine lange Sperre drohen. Die ersten fünf Partien der Saison hatte Ronaldo gesperrt verpasst, weil er unter anderem im Supercup den Schiedsrichter geschubst hatte.

Auch sportlich gab der frischgebackene fünfmalige Weltfußballer eine glücklose Figur ab, der nach fünf Saisoneinsätzen in der Liga erst bei einem mageren Treffer steht. 

Acht Punkte Rückstand auf Barcelona

Nach der zweiten Saisonniederlage verliert das Team von Trainer Zinedine Zidane die Spitze allmählich aus den Augen. Der Rückstand auf Spitzenreiter FC Barcelona beträgt bereits acht Punkte. "Wir kommen da wieder aus", kündigte Zidane zwar an, doch noch nie holte Real den Titel mit einem derartigen Rückstand. Zwischen Barca und Real belegt der FC Valencia mit 24 Punkten den zweiten Platz.(Tabelle der spanischen Liga).

Es war das erste Mal seit sage und schreibe 24 Jahren, dass die Königlichen ihr erstes Spiel gegen einen Liga-Debütanten verloren. In der Saison 1990/91 kassierte Real eine 1:2-Niederlage bei Real Burgos. Außerdem verloren die Madrilenen erstmals nach 13 Liga-Auswärtsspielen wieder. Die spanische Zeitung Marca spottete bereits in Anlehnung an die UnabhängigeitsBestrebungen in Katalonien: "Madrid sagt Nein zur Liga."

Kroos unauffällig

Beim angesichts der politischen Wirrungen in Spanien mit Spannung erwarteten Auftritt in Girona schoss Isco (12.) die Gäste zwar in Führung, doch Cristhian Stuani (54.) und Portu (58.) drehten die Partie für den krassen Außensieter.


Eine glücklose Figur gab abermals der frischgebackene fünfmalige Weltfußballer Ronaldo ab, der zwar Reals Tor mit einem Schuss einleitete, ansonsten aber blass blieb.

Toni Kroos spielte bei Real über die vollen 90 Minuten, der unauffällig agierende Weltmeister konnte die peinliche Niederlage aber auch nicht verhindern.  Real hatte zwar fast 62 Prozent Ballbesitz, aber das Torschussverhältnis war mit 15:15 ausgeglichen.

Nicht der erste Favorit strauchelt in Girona


Die Madrilenen hätten gewarnt sein müssen, denn Girona hatte schon beim 2:2 gegen Reals Ortsrivalen Atletico Madrid ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen Barca unterlag der Aufsteiger allerdings 0:3.

Real verzichtet auf offiziellen Mannschaftsbus

Abgesehen vom sportlichen Fiasko gestaltete sich Reals Reise in den Nordosten Kataloniens weniger brisant als von vielen erwartet.

Die Hauptstädter verzichteten auf den offiziellen Mannschaftsbus, der die Mannschaft nicht vom Hotel zum Stadion brachte. "Es ist nicht das erste Mal, dass wir so verfahren", sagte Real-Direktor Emilio Butragueno, "es gibt keinen Grund, diesem Vorgehen eine besondere Bedeutung beizumessen."

Real-Trainer Zidane hatte im Vorfeld von einem "ganz normalen" Spiel gesprochen, dass es dann auch bis auf einige Pfiffe gegen Real allerdings nur in der Anfangsphase wurde.