Real-Depot-Wert Init: Investitionen machen sich bezahlt - Aktie mit Luft nach oben!

Michael Schröder
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Hinter der Init Innovation in Traffic AG und ihrem Gründer und Vorstand Dr. Gottfried Greschner liegt ein langer Weg. Er war immer überzeugt, dass seine Vision von der Verkehrstelematik eine Zukunft haben würde. Dass seine Firma 35 Jahre später zu den Global Playern in Sachen Telematik- und Zahlungssysteme zählt und über 120 Millionen Euro Umsatz generiert, hat er jedoch nicht erwartet.

Init macht Mobilität einfach – für die Fahrgäste und für die Kunden. Die Stärke liegt in maßgeschneiderten Lösungen, von denen die Verkehrsbetriebe in Europa und Nordamerika profitieren. Die Gesellschaft unterstützt die Kunden, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver, schneller und effizienter zu gestalten – von einfach handhabbaren Bezahlsystemen über effizientes Befördern von einzelnen Fahrgästen bis hin zum autonomen Fahren.

Dabei bietet Init auch nutzerfreundliche Lösungen wie das „Mobile Ticketing“ an, die das Wachstum weiter befeuern. Die 2016 übernommene HanseCom verwaltet einen Großteil der Fahrgeldeinnahmen deutscher Verkehrsbetriebe und hat zahlreiche Kunden beim Handy-Ticketing – und wächst rasant. In den USA ist man an Bytemark beteiligt, dem führenden Anbieter von Handy-Ticketing-Lösungen für Verkehrsunternehmen in Nordamerika.

Doch damit nicht genug: „In Sachen Elektromobilität im ÖPNV bestehen Herausforderungen wie Lademanagement und Ladeinfrastruktur für Elektrobusse“, ergänzt Ralf Marinoni von der Quirin Bank. „Hier wird Init maßgeschneiderte Lösungen liefern und ihre führende Position als Systemhaus für den ÖPNV ausspielen können.“

Dabei profitieren die Karlsruher von Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Klimaschutz und Digitalisierung. „Smart Cities sind ein weltweiter Trend. Alle mittleren und größeren Städte arbeiten daran, den Verkehr intelligenter und umweltschonender zu gestalten“, erklärt Dr. Gottfried Greschner. „Hier bietet Init hochleistungsfähige Soft-, Hardware- und Systemlösungen. Wir können deswegen sehr gut davon profitieren, weil unsere integrierten Systeme ein Alleinstellungsmerkmal der Gesellschaft in den meisten Ländern sind.“ Besonders wichtig: Das Verständnis für den ÖPNV als wichtiger Eckpfeiler von Städten dringt mehr und mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Entsprechend zieht auch die Nachfrage nach passenden Lösungen wieder an. „Da Init in den nachfragestarken Märkten Europa und USA gut aufgestellt ist, kann so eine überproportionale Partizipation an (Neu-)Aufträgen erfolgen“, weiß Felix Lutz von Oddo BHF. „Zu berücksichtigen ist, dass aktuell etwa 60 Prozent des Umsatzes durch das Projektgeschäft erwirtschaftet werden, welches allerdings durch höhere Volatilität gekennzeichnet ist“, führt der Analyst weiter aus.

Der Vorstand hat seine Vision konsequent vorangetrieben und in den letzten Jahren viel in die Entwicklung neuer Technologien investiert. Das hat die Margen zuletzt belastet und den Kurs in den letzten Jahren auf Talfahrt geschickt. Die Investitionen machen sich nun aber bezahlt: „Bereits 2017 haben sich die Aufwendungen besser amortisiert als geplant“, so Dr. Greschner. „2017 konnten mehrere Großprojekte abgerechnet und ein sehr guter Auftragseingang realisiert werden. Insbesondere wächst der Markt für E-Ticketing in Nordamerika sehr stark, wo entsprechende Umsätze und gute Margen erzielt werden konnten“, führt der Firmenlenker aus.

Vor allem der starke Auftragseingang (139,4 Millionen Euro) unterstreicht den profitablen Wachstumskurs der Gesellschaft. „2018 erwarten wir eine weitere Verbesserung der Margen, obwohl wir auch weiterhin sehr viel in Forschung und Entwicklung investieren müssen“, so der Firmenlenker. Der Umsatz soll auf 135 bis 145 Millionen (Vorjahr: 130,6 Millionen Euro). Der Auftragseingang soll in einen Bereich von 140 bis 150 Millionen Euro ansteigen.

Ebenfalls positiv: Die jüngsten Beteiligungen wie Bytemark, HanseCom und andere haben im Vorjahr noch einen negativen Beitrag zu den Ergebnisgrößen beigetragen, da sie teilweise noch Start-up-Charakter haben. „Wir erwarten, dass im Laufe des Jahres der Break-even erreicht wird und somit die Marge bei weiterem Umsatzwachstum steigt“, so Quirin-Experte Marinoni. Zudem sollten einzelne margenschwache Projekte im vergangenen Jahr komplett abgearbeitet worden sein. „Eine stärkere Fokussierung auf das Nachfolgegeschäft könnte hier – im Gegensatz zum Projektgeschäft – stabilere Umsätze und höhere Margen bringen. Um zusätzlich bei Projektausschreibungen noch besser aufgestellt zu sein, werden bei Init intern derzeit Prozesse optimiert und unterstützende Softwarelösungen eingeführt“, führt Analyst Lutz aus.

Init verfügt über ein Produktportfolio, das nahezu sämtliche Anforderungen des ÖPNV abdeckt. Aufgrund dieser Marktstellung sollte die Gesellschaft noch einige lukrative Großprojekte an Land ziehen. Machen sich die Investitionen weiter wie geplant bezahlt, ist bei nachhaltig steigenden Umsätzen eine deutliche Margenverbesserung zu erwarten. Damit hat die Gesellschaft hervorragende Chancen, weiter profitabel zu wachsen. Am Jahresende könnte dann bereits ein Gewinn je Aktie von 0,83 Euro zu Buche stehen. 2019 dürften dann bereits 1,20 Euro je Aktie möglich sein. Nach der jüngsten Konsolidierung sollte die Aktie daher Fahrt aufnehmen und Kurs auf neue Höchstkurse nehmen.