Reaktionen auf Urteil des UN-Kriegsverbrechertribunals

Mostar in Bosnien-Herzegowina. Der Prozess gegen Praljak und die anderen vor dem UN-Tribunal in Den Haag wurde auch hier mit Spannung verfolgt. Unter anderem von diesen ehemaligen Kriegsgefangenen.

Einer von ihnen meint: "Die Strafen sollten vielleicht höher sein, aber alles in allem ist es ok. Wir wollen dieses Kapitel schließen. Das waren Urteile über Kriegsverbrecher, nicht über alle Kroaten. Ich habe viele kroatische Freunde."

Ein anderer sagt: "Alle, die in den Lagern waren, wollten wenigstens die Bestätigung, dass dies ein gemeinsames Verbechen war, nicht nur ein Urteil gegen Praljak, sondern all die Männer, die das ausgeführt haben, was eine bestimmte Gruppe von Leuten sich ausgedacht hat."

Auch die kroatische Seite verfolgte den Prozess. Hier fällt das Urteil über das Urteil zuweilen hart aus.

Der Vorsitzende des Verbands kroatischer Kriegsveteranen meint: "Dieses Urteil wird keine Versöhnung und keine Zukunft für die Völker in Bosnien und Herzegowina bringen. Und was das Gericht angeht, das sollte selbst als gemeinsames kriminelles Unternehmen angeklagt werden."

In Mostar lieferten sich während des Bosnienkriegs unter anderem Kroaten und muslimische Bosniaken Kämpfe. Die Stadt wurde in einen überwiegend kroatischen Westen und einen bosniakischen Osten geteilt. Beide Gruppen stellen etwa je ein Drittel der Einwohner Mostars.