RB Leipzig: Neuzugang Augustin glänzt an Werners Seite - und bekommt Vorzug vor Poulsen

Neuzugang Jean-Kevin Augustin spielt sich bei RB Leipzig immer mehr in den Fokus und glänzt dabei als Sturmpartner von Timo Werner.

Torgefahr, starke Zweikampfwerte und viel Lob vom Trainer: Neuzugang Jean-Kevin Augustin hat die Erwartungen bei Vizemeister RB Leipzig bislang voll erfüllt. Der 20 Jahre alte Franzose glänzte in der Bundesliga an der Seite von Nationalspieler Timo Werner und verdrängte zuletzt auch Yussuf Poulsen aus der Startelf.

"Die beiden verstehen sich wirklich gut, obwohl sie ähnliche Laufwege haben. Das hat sehr gut ausgesehen", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 2:1 am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt über das neue Top-Duo. Augustin und Werner steuerten die beiden Treffer bei. Das war auch schon im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) so. Zwei Tore in fünf Spielen sind eine gute Quote für den Neuzugang.

Im Duell mit Poulsen um die Position neben dem gesetzten Werner hatte der zweikampfstarke Franzose zuletzt die Nase vorn. Hasenhüttl lobte bei beiden Angreifern das Spiel mit dem Rücken zum Tor, doch Augustin zeigt stärkeren Zug zum gegnerischen Tor und bindet so mehr Gegenspieler an sich. Das wiederum schafft Freiräume für Werner.

Der schnelle Eingewöhnung des Kraftpaketes überraschte, zumal Augustin nicht immer als pflegeleicht galt. Anfang September flog der Offensivmann nach einem Krach mit Trainer Sylvain Ripoll aus dem französischen U21-Nationalteam. Augustin wurde im Spiel gegen Chile zur Halbzeit ausgewechselt, reagierte ungehalten. Es gelte einen "Rahmen aus Regeln" zu akzeptieren, erklärte Ripoll: "Jean-Kevin hat diesen Rahmen mit seinem Verhalten verlassen."

Hasenhüttl weiß mit Augustin umzugehen

Hasenhüttl war sofort zur Stelle und sprach seinem gekränkten Schützling gut zu. "Es war eine emotionale Situation in der Kabine, wie sie vorkommt. Sie werden wieder zueinander finden", betonte der Coach und tröstete seinen Sommer-Neuzugang, vom dem er von Beginn an überzeugt war, "weil er einfach ein Spieler mit Qualität ist", so Hasenhüttl.

Vor seinem Rausschmiss hat Augustin in den Nachwuchsteams des französischen Verbandes beste Erfahrungen gemacht. Bei der U19-EM 2016 in Deutschland zeigte das Sturm-Juwel sein großes spielerisches Vermögen, führte Frankreich zum Titel und wurde mit sechs Toren in fünf Spielen Torschützenkönig. 

Bei dem Turnier stellte Augustin auch seinen Teamkollegen Kylian Mbappe in den Schatten. Ironie des Schicksals: Mbappe wechselte mittlerweile für ein Gesamtpaket von 180 Millionen Euro zu Augustins Stammklub Paris St. Germain. 

Der gebürtige Pariser Augustin war beim Scheichklub PSG nicht mehr glücklich, kam nicht wie erhofft zum Zuge. An Stars wie Edinson Cavani und Angel Di Maria führte für den Rechtsfuß kein Weg vorbei. Deshalb wollte das Sturm-Juwel unbedingt weg. Neben Leipzig zeigten aus der Bundesliga auch Borussia Dortmund und Hertha BSC Interesse an einer Verpflichtung. 

Schließlich aber sicherten sich die neureichen Sachsen für rund 13 Millionen Euro den Zuschlag und statteten das Top-Talent mit einem Fünfjahresvertrag aus. Für den Leipziger Trainer ist das eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft. Hasenhüttl: "Mit seiner Art passt er sehr gut in unser System."