Werner: Vom Tor-Dieb zum umjubelten Helden

Timo Werner (l.) ließ Hannover-Torwart Philipp Tschauner (r.) beim Siegtor keine Chance

Erst stahl er Mitspieler Marcel Sabitzer das Tor, dann machte er selbst den Sieg perfekt: Auf Schlitzohr Timo Werner war wieder Verlass.

Der Nationalspieler führte RB Leipzig beim 2:1 (0:0) über Hannover 96 in die Erfolgsspur und beendete alle Spekulationen um seine Erkrankung. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Timo hätte heute hier zur tragischen Figur werden können. Zum Glück kam es anders", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem lange Zeit spannenden Spiel. In der 23. Minute hatte der Jung-Star den Schuss von Sabitzer ins gegnerische Tor verlängert - allerdings aus dem Abseits.

Die Highlights des Spieltags am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur

Sabitzer tobte, schrie länger wütend auf Werner ein, weil der Ball nach seiner Meinung auch ohne Werners Berührung ins Tor gegangen wäre. "Das hätte das entscheidende Tor sein können. So war es bis zur 95. Minute für uns ein hartes Stück Arbeit", meinte Sabitzer, der sich auch nach dem Spiel noch nicht richtig beruhigt hatte.

"Zum Glück hat er das nicht auf sich sitzen lassen und nachgelegt", sagte Hasenhüttl. Und wie. Nach dem überraschenden 0:1 durch Hannovers Jonathas (56.) bereitete Werner zunächst das 1:1 durch Yussuf Poulsen (70.) vor, ehe er das 2:1 (85.) aus kurzer Distanz selbst erzielte.

Leipzig-Fans feiern Werner

Bei seiner Auswechselung (90.) feierten die 40.000 Fans den Matchwinner mit "Timo-Werner"-Rufen. (DATENCENTER: Die Tabelle)


"Heute war das Tor noch emotionaler. Der Siegtreffer war für mich und die ganze Mannschaft sehr wichtig", sagte Werner bei Sky und strahlte wie lange nicht mehr. "Er hat keine einfache Zeit hinter sich", bemerkte Hasenhüttl.

Seit dem Champions-League-Spiel in Istanbul (0:2) litt Werner an einer Blockade der Nackenmuskulatur, die laut Hasenhüttl nun aber wohl ausgestanden ist.

Hasenhüttl froh über Länderspielpause

Während Werner weiterhin keine Pause bekommt und zur deutschen Nationalmannschaft reist, atmete Hasenhüttl tief durch. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)


"Die Länderspielpause ist nach der intensiven Zeit dringend notwendig. Wir sind alle bisschen leer", sagte der Österreicher bei SPORT1.

In den letzten zehn Tagen musste sein Team viermal ran, verlor dreimal in Folge, ehe gegen Hannover die Wende kam. "In der Champions League haben wir es nicht so gut gemacht", sagte Hasenhüttl nach dem 1:3 beim FC Porto, "sonst war es aber okay."

Keita und Forsberg kommen in Hälfte zwei

Hektisch bleibt es auch für Leipzigs Mittelfeldspieler Naby Keita, der mit Emil Forsberg erst in der zweiten Hälfte ins Spiel kam. Die Staatsanwaltschaft hat Strafbefehl gegen den zukünftigen Profi vom FC Liverpool erlassen.

Keita soll auf deutschen Ämtern gefälschte Führerscheine vorgelegt haben. Deshalb allerdings hatte ihn Hasenhüttl nicht auf der Bank gelassen: "Als ich die Aufstellung festgelegt habe, wusste ich von dem Vorfall nichts."


Ohne Pause geht es auch für Leipzigs Linksverteidiger Marcel Halstenberg weiter. Der 26-Jährige wurde wie Werner von Bundestrainer Jogi Löw in die Nationalelf berufen.

Halstenberg war auch nach dem Spiel immer noch ganz angetan von Löws Anruf: "Es waren zwei schöne Tage. Es war eine unbekannte Nummer. Größtenteils habe ich nur zugehört. Ich habe mich riesig gefreut und musste dann meine Eltern und meinen Bruder anrufen", sagte Halstenberg bei SPORT1.