Razzia bei Audi-Mitarbeitern


Im Dieselskandal bei Audi ist die Staatsanwaltschaft München zu Durchsuchungen bei weiteren Beschuldigten ausgerückt. Die Ermittler durchsuchten am Mittwoch Privaträume von Audi-Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Standorte von Audi waren nach Angaben eines Firmensprechers nicht betroffen. „Wir haben das selbst aus den Medien erfahren. Die Staatsanwaltschaft sagt uns nicht, wenn sie Wohnungen durchsucht.“ In der Audi-Zentrale in Ingolstadt waren die Ermittler im März 2017 zur Razzia angerückt.

Wie eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft erläuterte, ist die Zahl der Beschuldigten in dem Verfahren wegen strafbarer Werbung und Betrugs von zuletzt sechs auf nunmehr 13 Personen ausgeweitet worden. Aktuelle oder frühere Vorstandsmitglieder von Audi seien nach wie vor nicht darunter.


Der ehemalige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz, der zuvor bei Audi und im Volkswagen-Konzern unterhalb des Vorstands die Motorenentwicklung leitete, sitzt als einziger Beschuldigter in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft nennt Hatz' Namen nicht, erklärte aber, dass der Untersuchungshäftling nicht freigelassen worden sei. Alle Beschuldigten würden der Manipulation von Abgaswerten in den USA verdächtigt. Wegen möglicher Manipulationen in Deutschland werde gegen Unbekannt ermittelt.

Am Vorgehen der Staatsanwaltschaft hatte es zuletzt Kritik gegeben. Wie das Handelsblatt im Dezember berichtete, zeigt eine Stellungnahme der bayerischen Staatsregierung, dass die Ermittlungen der Behörde lange Zeit nur schleppend vorankamen.