Wie im Rausch! Pléa führt Gladbach zu historischem Sieg

SPORT1
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Statement-Sieg in Kiew: Angeführt vom eiskalten Alassane Pléa ist Borussia Mönchengladbach an einem Gala-Abend zum ersten Sieg in der Champions League gestürmt.

Das gnadenlos effiziente Team von Trainer Marco Rose gewann bei Ukraines Meister Schachtjor Donezk dank einer denkwürdigen ersten Halbzeit völlig verdient mit 6:0 (4:0). (Service: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Von seinen Fähigkeiten bin ich absolut überzeugt", sagte SPORT1-Experte Peter Neururer im Fantalk über den dreifachen Torschützen. "Das passt auch mit den Mitspielern alles zu 100 Prozent.. Die Gladbacher haben einen absoluten Sahnetag erwischt."

Mit dem zweithöchsten Auswärtserfolg ihrer langen Europapokal-Geschichte - und dem höchsten Erfolg in der Königsklasse - übernahm die Borussia in der schwierigen Gruppe B zur Halbzeit die Tabellenführung. (Service: Die Tabellen der Champions League)

"Das war eine sehr gute Leistung. Wir waren sehr konzentriert gegen eine Mannschaft, die sehr spielstark ist", meinte Kapitän Lars Stindl nach dem Abpfiff bei DAZN: "Heute ist natürlich vieles gelungen und wir haben aus fast jeder Chance ein Tor gemacht. Wir haben das dann sehr reif zu Ende gespielt, wir sind sehr glücklich über den Sieg."

Plea schnürt Dreierpack

Der überragende Pléa (8./26./78.) mit einem Dreierpack, Christoph Kramer (17.) mit einem abgefälschten Schuss, Ramy Bensebaini (44.) und Lars Stindl (65.) trafen für die spielfreudige Borussia, die nun vom erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase träumen darf.

"Pléa hat einen Sahnetag gehabt und uns auf die Siegerstraße geschossen", lobte Stindl seinen Teamkollegen.

Auch der frühere Gladbach-Coach André Schubert war im Fantalk voll des Lobes. "Pléa, Thuram, Stindl und Hofmann sind stark. Von der Kombination, Anlaufverhalten, Torgefährlichkeit, wie sie spielen. Es kommt einfach vieles zusammen. Nicht umsonst haben sie eine sehr gute Mannschaft, die auch in der CL einen sehr guten Weg einschlägt."

Der Bundesligist zog dem UEFA-Pokal-Sieger von 2009 im leeren Olympiastadion von Kiew früh den Zahn und hielt den Druck hoch. Gegen Real Madrid und Inter Mailand (jeweils 2:2) hatte die Fohlenelf den Sieg zuvor noch aus der Hand gegeben. Nur 1973 bei IB Vestmannaeyjar hat Gladbach im Europacup höher gewonnen (7:0). (Service: Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

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Rose hatte vor Anstoß vor den "wuseligen" Brasilianern gewarnt, von denen gleich fünf in der Startelf der Ukrainer standen. "Wenn wir in der Champions League bleiben wollen, brauchen wir heute ein Ergebnis", sagte Rose, dessen Elf dann auch konzentriert begann. Anders als in den ersten beiden Begegnungen zeigte die Borussia weder vor der großen Bühne noch vor dem Gegner Respekt.

Der Lohn folgte schnell: Der laufstarke Stefan Lainer wurde auf rechts steil geschickt und bediente mit einem Querpass den im Strafraum lauernden Pléa. Anders als am Samstag gegen Leipzig, als der Franzose aus ähnlicher Position das Lattenkreuz getroffen hatte, vollendete er diesmal flach ins linke Eck. Für den 27-Jährigen war es das erste Tor in der Königsklasse, für Gladbach der Auftakt einer denkwürdigen Halbzeit.

Gladbach mit aggressivem Pressing

Denn das Rose-Team blieb aktiv, nervte Donezk mit aggressivem Pressing und hatte deutlich mehr Ballbesitz. Die Folge war das schnelle 2:0. Kramer feuerte aus 20 Metern einen eher unplatzierten Schuss ab, der jedoch unhaltbar für Schlussmann Anatolij Trubin abgefälscht wurde. Die UEFA wertete den Treffer indes als Eigentor von Walerij Bondar. Kramer war wie Kapitän Stindl und Marcus Thuram in die Startelf zurückgekehrt.

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Weil Gladbach nicht nachließ und dem Klub des Milliardärs Rinat Achmetow kaum Luft zum Atmen ließ, folgte schnell der dritte Streich. Pléa schloss einen starken Konter aus 22 Metern hoch ins linke Eck ab. Spätestens jetzt stellte sich die Frage, wie der Europa-League-Halbfinalist der vergangenen Saison zuletzt 3:2 bei Real Madrid gewonnen hatte - zumal Bensebaini nach einer Hofmann-Ecke noch vor der Pause nachlegte.

Schachtjor ging mit drei neuen Spielern in die zweite Halbzeit und leistete nun mehr Widerstand. Gladbach blieb aber konzentriert, der rechtzeitig genesene Nico Elvedi behielt in den Innenverteidigung an der Seite von Nationalspieler Matthias Ginter die Übersicht. Stattdessen legte Stindl nach Pléa-Vorarbeit das fünfte Tor nach - und Pléa selbst später das sechste.

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Mit Sport-Infortmations-Dienst (SID)