Ratiopharm-Mutter Teva in der Krise: Ausverkauf nach miserablen Zahlen

Michel Doepke
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Biogen, Teva und Co: Nicht schon wieder

Die Negativschlagzeilen zu Teva, dem größten Generikahersteller der Welt, reißen nicht ab: Mit der gestrigen Zahlenvorlage verkündeten die Israelis einen Milliardenverlust. Gleichzeitig schraubte der Konzern die Prognose massiv nach unten. Die Teva-Aktie brach um satte 25 Prozent ein.

Dass Teva einen riesigen Schuldenberg von rund 35 Milliarden Dollar netto vor sich her schiebt, ist nicht neu. Mithilfe von Zukäufen, wie zum Beispiel der Generika-Sparte vom Botox-Hersteller Allergan für gut 40 Milliarden Dollar, möchte Teva weiter wachsen. Dank der Übernahme kletterten die Erlöse um 13 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Weniger erfreulich ist die Entwicklung des Multiple-Sklerose-Mittels Copaxone. Hier muss Teva einen Rückgang von rund 10 Prozent verkraften.

Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks bei Generika muss Teva allerdings Abschreibungen auf Firmenwerte in Milliardenhöhe vornehmen. Unterm Strich steht im zweiten Quartal ein Nettoverlust von sechs Milliarden Dollar zu Buche. Infolgedessen kappt die Ratiopharm-Mutter die Dividende um 75 Prozent und passt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Jahresprognose an.

Teva rechnet nun mit mit einem Umsatz von 22,8 bis 23,2 Milliarden Dollar (vorher 23,8 bis 24,5 Milliarden Dollar). Das Ergebnis je Aktie soll sich nun zwischen 4,30 und 4,50 Dollar bewegen – zuvor kalkulierte Teva mit einem Gewinn in der Spanne von 4,90 bis  5,30 Dollar.

Nicht ins fallende Messer greifen

Anleger straften die Teva-Aktie im gestrigen Handel um rund 25 Prozent ab und schicken das Papier auf ein neues Mehrjahrestief. Auch wenn Teva optisch und bewertungstechnisch (KGV von 5 für 2018) günstig aussieht, sollten Anleger die Finger vom Generikahersteller lassen. Zu groß sind derzeit die hausgemachten Probleme.