Ratgeber Recht: Muss ich die Steuerschuld mittragen?

Anwalt Dr. Max Braeuer

Leserfrage: Mein Mann und ich haben uns Anfang 2016 getrennt. Jetzt hat er vom Finanzamt einen geänderten Steuerbescheid für 2013 bekommen über eine Nachzahlung in Höhe von 18.000 Euro. Diese resultiert aus einer Betriebsprüfung der Firma, in der mein Mann damals als Gesellschafter tätig war. Ich habe bis dato kein eigenes Einkommen gehabt. Mein Mann möchte mich aber nun für die Hälfte der Nachzahlung verantwortlich machen. Ist das richtig so?

Dr. Max Braeuer: Das Finanzamt verlangt eine Steuernachzahlung, weil es rückwirkend für das Jahr 2013 den Gewinn Ihres Mannes höher festgesetzt hat. Die Steuer betrifft ein Jahr, in dem Ihre Ehe, zumindest äußerlich, noch intakt gewesen ist und Sie mit Ihrem Mann zusammengelebt haben. Für das Jahr 2013 haben Sie mit Ihrem Mann sicher gemeinsam eine Steuererklärung abgegeben. Das Finanzamt hat sie dann zusammen veranlagt. Aufgrund dieses Steuerbescheides sind Sie gemeinsam mit Ihrem Mann verpflichtet, Steuerschulden zu bezahlen. Man nennt das eine gesamtschuldnerische Haftung. Dass Sie inzwischen von Ihrem Mann getrennt leben oder vielleicht sogar geschieden sind, ist für die Steuer aus dem Jahr 2013 nicht von Bedeutung.

Die rechtliche Situation, die ich hier beschrieben habe, scheint für Sie ungünstig zu sein. Trotzdem hat Ihr Mann unrecht, wenn er von Ihnen die Hälfte der Steuernachzahlung verlangt. Sie haften zwar dem Finanzamt gegenüber als Gesamtschuldner. Das besagt aber nicht, dass die Gesamtschuldner, also Ihr Mann und Sie, die Las...

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