Ratgeber Recht: Hat der Miterbe ein Vorkaufsrecht?

Anwalt Dr. Max Braeuer

Leserfrage: Mein Lebenspartner ist im März vergangenen Jahres verstorben und hat kein Testament hinterlassen, so dass die gesetzliche Erbfolge gilt. Neben mir zu 3/4 erben noch die Mutter zu 1/8 und Geschwister zu je 1/16. Der Verstorbene hat einige schuldenfreie Immobilien hinterlassen, über deren Aufteilung wir uns in der Erbengemeinschaft auch schon einig geworden waren. Nun möchte der Bruder mich unter Druck setzen, indem er ein Vorkaufsrecht mit einem Festpreis mit Eintragung im Grundbuch auf meinen Teil der Immobilien fordert. Wir sind uns einig, dass die Immobilen nicht veräußert werden sollen. Im BGB steht den Miterben aber nur bei Verkauf ein Vorkaufsrecht zu. Dadurch ist es momentan zum Stillstand der Erbauseinandersetzung gekommen. Was raten Sie mir?

Dr. Max Braeuer: Sie sind mit der Familie Ihres verstorbenen Partners in einer Erbengemeinschaft verbunden. Das heißt, alles Hinterlassene gehört Ihnen und den Mitgliedern der Erbengemeinschaft gemeinsam. Keiner von Ihnen hat Sonderrechte an einzelnen Gegenständen. Eine so enge Verbindung ist nicht dazu bestimmt, auf Dauer bestehen zu bleiben. Eine Erbengemeinschaft ist ihrem Wesen nach davon geprägt, dass sie bald auseinandergesetzt werden soll. Jeder der Erben kann das verlangen. Die Auseinandersetzung der Gemeinschaft ist in jeder Form möglich, wenn sich die Erben einig sind. Bei mehreren Grundstücken ist es z. B. denkbar, dass jeder Miterbe Alleineigentümer eines Grundstücks wird und dann vielleicht noch Ausgleichsz...

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