Ratgeber Recht: Warum berücksichtigt das Finanzamt Scheidungskosten nicht?

Dr. Max Braeuer ist Experte für Familien- und Erbrecht

Leserfrage: Ich bin im August 2013 geschieden worden und habe in der Einkommensteuererklärung 2013 die Kosten für Rechtsanwalt und Notar als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht. Die Kosten für die Scheidung in Höhe von mehreren tausend Euro wurden damals aber nicht berücksichtigt. Ich habe dagegen Einspruch eingelegt, der jetzt als unbegründet zurückgewiesen wurde. Im Schreiben des Finanzamtes sind mehrere Urteile dazu aufgeführt. Was ist da beschlossen worden und ist es tatsächlich für mich gültig?

Dr. Max Braeuer: Schlechte Nachrichten für alle, die die hohen Kosten ihrer Scheidung über die Steuererklärung verringern wollen. In früheren Jahren gab es die Möglichkeit, in gewissem Umfang Scheidungskosten von der Steuer abzusetzen. Im Einkommensteuerrecht gibt es dafür den Begriff der außergewöhnlichen Belastungen. Das sind solche Aufwendungen, die für den Steuerpflichtigen unvermeidbar waren und für ihn eine besonders hohe Belastung darstellen. Ein typisches Beispiel dafür sind sehr hohe Krankheitskosten, die nicht von der Krankenversicherung getragen werden. Jedem Menschen wird zugemutet, einen bestimmten Anteil seines Jahreseinkommens auch für solche Belastungen aufzuwenden. Wenn sie aber den zumutbaren Anteil am Jahreseinkommen übersteigen, dann können sie von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Sie vermindern also den Betrag, auf den die Steuern berechnet werden, die Steuerlast sinkt. Die Allgemeinheit beteiligt sich über die gesunkenen Steuern in gewissem Umfan...

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