Rast weist Kritik zurück

Audi-Fahrer Rene Rast kann die Kritik von BMW nicht verstehen


Die Audi-Dominanz beim vorletzten DTM-Wochenende der Saison in Spielberg sorgt weiterhin für Diskussionsstoff. Nach der Abschaffung der Performance-Gewichte vor dem Rennwochenende am Red-Bull-Ring konnten BMW und Mercedes nicht mit dem Rivalen aus Ingolstadt mithalten. BMW-Fahrer Marco Wittmann beschwerte sich, dass durch die Audi-Show die Spannung in der Meisterschaft dahin sei und die vier in Führung liegenden Piloten aus dem Hause Audi das Titelrennen unter sich ausmachen würden.

Vor dem Finale in Hockenheim in eineinhalb Wochen führt Mattias Ekström mit 172 Punkten das Audi-Quartett in der Fahrerwertung an. Auf Rang zwei liegt der Spielberg-Sieger Rene Rast (151) gefolgt von Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134). BMW-Mann Wittmann (134) ist auf Tabellenplatz fünf der erste Audi-Verfolger und liegt 38 Zähler hinter dem Spitzenreiter Ekström.

Der Gesamtzweite Rast bezieht nun Stellung zu Wittmanns Vorwürfen. "Es ist nicht 100 Prozent richtig, was er sagt, denn er ist im Qualifying konkurrenzfähig", sagt der Audi-Pilot im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Andererseits hat er recht, dass wir im Rennen einen Vorteil haben, aber alle hätten das gleiche gute Auto bauen können", kontert der dreimalige DTM-Rennsieger.

Gleiche Voraussetzungen für alle Hersteller

Die Regeln seien für alle Hersteller gleich, und alle hätten die gleiche Vorbereitungszeit im Winter. "Audi hat den besten Job gemacht", so Rast weiter, der die Kritik an seinem Arbeitgeber nicht verstehen kann. "Ich weiß nicht, warum sich alle beschweren, oder warum BMW sich beschwert. Sie hätten das gleiche Auto entwickeln können", sagt der Rosberg-Fahrer.

Hat Audi durch die Einführung des "Gleichgewichts" einen Vorteil? Rast glaubt, dass die Ingolstädter im Winter ihre Hausaufgaben gemacht und das bessere Auto entwickelt haben. "Das ganze Jahr dachten wir, dass unser Auto sehr stark unter Rennbedingungen ist", erklärt er. "Aber, wenn man sich die Ergebnisse im Qualifying am Red-Bull-Ring ansieht, war BMW mit Wittmann auf Platz drei mit bei der Musik. Er war (im ersten Qualifying) ein halbes Zehntel hinter dem Pole-Sitter."

"Mercedes ist bei kühleren Bedingungen konkurrenzfähig. Im Qualifying konnte man die echte Performance der Hersteller sehen und die drei waren eng beieinander", meint Rast. "Natürlich braucht man im Rennen ein anderes Set-up und eine andere Aerodynamik. Es sieht so aus, dass Audi im Winter einen besseren Job gemacht hat und deshalb sind wir über eine Renndistanz im Vorteil."

BMW und Mercedes tun es auch...

Audi wurde in der laufenden Saison mehrmals beschuldigt, Rennen zu manipulieren: Glock warf den Ingolstädtern vor, ihre Fahrer "zu opfern", um die Meisterschaft zu beeinflussen, als der BMW-Mann am Nürburgring mit Nico Müller kollidierte. Wittmann warf Audi in Moskau und am Red-Bull-Ring Sabotage vor. Auf die Frage, ob die Vorwürfe berechtigt sind, antwortet Rast: "Es ist schwierig zu sagen. Jeder Hersteller versucht, seine besten Fahrer zu unterstützen. Auch BMW und Mercedes tun das und ich kann nicht beurteilen, was in den Situationen (die sie ansprechen) vorgefallen ist."

Er verweist darauf, dass es Teamorder in der DTM auch in der Vergangenheit gegeben hat. "Allerdings ist es in der DTM weitverbreitet und es hat es in den vergangenen Jahren immer schon gegeben", ergänzt er.

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