WWE tilgt rassistischen Monolog ihres Champions

Martin Hoffmann
Jinder Mahal (2.v.r.) machte sich bei WWE SmackDown Live mit rassistischen Klischees über Shinsuke Nakamura lustig

Die Wrestling-Liga WWE hat ein kommendes Titelmatch auf überaus kontroverse Weise angeheizt.

Vor dem Showkampf-Duell zwischen World Champion Jinder Mahal und seinem japanischen Herausforderer Shinsuke Nakamura ließ Mahal bei der TV-Show WWE SmackDown Live rassistische Beleidigungen gegen Nakamura vom Stapel (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

Heikle Szenen, die WWE nun offenbar nicht mehr vorzeigen will: Anders als sonst üblich hat WWE die Szenen bislang nicht bei YouTube hochgeladen. Auch auf allen anderen Multimedia-Kanälen von WWE ist das Video nicht zu finden.

Jinder Mahal reiht Rassismus-Klischees aneinander

Die Kuriosität an dem Segment: Bösewicht Mahal ist selbst indischstämmig und Teil seiner Rolle ist es, dem US-Publikum vorzuwerfen, dass es ihn rassistisch behandle. Und seine Kommentare über Nakamura stellte er als das dar, was die Amerikaner angeblich wirklich über Nakamura dächten.

Die Amerikaner, führte Mahal aus, würden denken, dass alle Japaner Katzen und Delphine essen, dass sie 'R' und 'L' nicht auseinanderhalten können. Hinter Nakamuras Rücken würden sie sich das auch über ihn erzählen und ihn "Mister Miyagi" nennen.

Mahals Handlanger, die Singh Brothers, unterstützten diese Anspielung auf "Karate Kid" mit den entsprechenden Kampfsport-Bewegungen - worauf im Publikum nicht nur die (gewünschten) Buhrufe zu hören waren, sondern auch der Ruf "That's too far" ("Das geht zu weit").


Duell mit Shinsuke Nakamura im Oktober

Mahal und die Singhs machten sich zudem noch über Nakamuras Mimik lustig und gelobten standardmäßig, dass Mahal sein Match gegen Nakamura bei der Großveranstaltung Hell in a Cell am 8. Oktober gewinnen werde.

Nakamura antwortete in einem sarkastischen Backstage-Interview, dass das alles "sehr lustig" gewesen sein, der Spaß bei Hell in a Cell aber vorbei sein werde.


Die weiteren Geschehnisse bei WWE SmackDown Live:

- Die schockierende Attacke von Kevin Owens auf WWE-Boss Vince McMahon vergangene Woche wurde ein wenig aufgearbeitet. Sohn Shane McMahon, der nun in einem Hell-in-a-Cell-Match auf Owens treffen wird, drohte Owens die Tracht Prügel seines Lebens an. Owens wiederum entschuldigte sich in einem Interview via Satellit - dafür, dass er Vince nicht schlimmer zugerichtet hätte. Er habe seine Wut auf Shane an Vince ausgelassen, bei Hell in a Cell werde er sein Werk vollenden.


- Randy Orton besiegte Aiden English und wurde anschließend von Rusev zu einem spontanen Match herausgefordert - der Rache für seine Blitz-Niederlage beim SummerSlam wollte. Der unterlegene English störte das Match, Rusev überraschte den abgelenkten Orton mit einem Kick, pinnte ihn blitzschnell und feierte seine unfaire Revanche ausgiebig.


- Das Titelmatch von US Champion gegen Baron Corbin kam nicht zustande, weil Corbin Styles schon vor dem Ringgong attackierte. Tye Dillinger kam Styles zu Hilfe und gemeinsam übermannten die Publikumsliebling den "Lone Wolf".


- Dolph Ziggler setzte seine Kampagne fort, in der er sich beschwerte, dass die Fans spektakuläre Einmärsche mehr zu schätzen wüssten als seine Leistung im Ring. Diesmal nahm er sich die WWE-Legenden Triple H und Shawn Michaels und deren gemeinsame Auftritte als D-Generation X vor. Ziggler wurde vom Publikum in Oakland immer wieder mit Rufen nach dem zurückgetretenen CM Punk unterbrochen. Es war offensichtlich gelangweilt.


- Im Hauptmatch der Show kämpften Charlotte Flair, Becky Lynch, Naomi und Tamina darum, Damenchampion Natalya herausfordern zu dürfen. Charlotte siegte mit einem Kick gegen Tamina.


Die Ergebnisse von WWE SmackDown Live:

Randy Orton besiegt Aiden English
Rusev besiegt Randy Orton
Non Title Match: The New Day besiegen The Hype Bros.
WWE SmackDown Women's Title #1 Contendership Match: Charlotte Flair besiegt Becky Lynch, Naomi, Tamina