Rassismusvorwürfe gegen Grünen-Politiker Boris Palmer

Der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer stand mit seinen Äußerungen zu Asylbewerbern schon öfter in der Kritik. Nach einem Interview werfen ihm grüne Parteikollegen jetzt vor, die Stigmatisierung von Menschen mit Migrationshintergrund voranzutreiben. Palmer bleibt stur, doch das Netz bietet ihm Paroli.

Boris Palmer wird Rassismus vorgeworfen (Bild: Getty Images)

Anlass des Rassismusvorwurfes aus der eigenen Partei war ein Interview, das Boris Palmer dem “Schwäbischen Tagblatt“ gegeben hatte. Er schilderte darin, wie er in Ulm fast von einem Fahrradfahrer über den Haufen gefahren worden wäre und sagte: “Ich wette, dass es ein Asylbewerber war. So benimmt sich niemand, der hier aufgewachsen ist mit schwarzer Hautfarbe. Das wäre völlig missglückte Integration.“

Die Grünen-Politiker Chris Kühn und Daniel Lede Abal wollten diese Aussage nicht so stehen lassen. In einer Erklärung distanzieren sie sich von den “rassistischen Äußerungen“. Palmer schüre damit Vorurteile gegen Menschen mit Migrationshintergrund und trage dazu bei, “dass schwarze Menschen und Asylbewerber pauschal stigmatisiert werden und das Klima gegen diese Gruppen vergiftet wird“. Auch die Gemeinderatsfraktionen der Grünen in Tübingen distanzierten sich von dem OB.

Boris Palmer wehrte sich auf Facebook gegen die Kritik und den Vorwurf der Verallgemeinerung. “Ich habe nie Aussagen über alle Schwarzen oder alle Asylbewerber gemacht, sondern ganz konkret beschrieben, mit welcher Häufigkeit bestimmte Merkmale auf Gruppen von Menschen zu treffen. Junger schwarzer Mann ist in Ulm bereits mit 75% ein Asylbewerber.“

Bei Facebook erntete Palmer auch Zuspruch, viele Nutzer aber kritisierten ihn deutlich: