Rassismusvorwürfe in den USA: Polizist ringt schwarzen Jungen zu Boden

Dieses Video sorgt für Empörung in den sozialen Netzwerken: Vor einer Filiale der US-Restaurantkette Waffle House hat ein Polizist einen jungen schwarzen Mann in den Würgegriff genommen und ihn zu Boden gerungen. Rassismusvorwürfe werden laut.

Diese Aufnahmen sorgen im Internet für Empörung. (Bild-Copyright: ShaunKing/Twitter)

Der 22-jährige Anthony Wall brachte seine jüngere Schwester vergangenen Samstag zum Abschlussball in Warsaw im US-Bundesstaat North Carolina. Auf dem Rückweg stoppte er beim Waffle House, wo es laut der “Time” zu einer mündlichen Auseinandersetzung mit den Angestellten gekommen sei. Aufgrund dessen riefen die Mitarbeiter der Restaurantkette die Polizei.

Was genau dann geschah, ist unklar: Das Video, das zunächst auf Facebook geteilt wurde, startet erst, als der eingetroffene Polizist den jungen schwarzen Mann im Würgegriff hat, gegen die Wand drückt und schließlich zu Boden ringt. Am Ende des Clips wird er in Handschellen abgeführt. Der Bürgerrechtler Al Sharpton zeigt sich empört über diesen Vorfall.

“Das ist Anthony Wall in seinen Abschlussball-Klamotten, er wurde von einem Warsaw County Polizisten am Waffle House in die Luft gehoben und gewürgt. Er hatte lediglich seine Schwester zum Abschlussball gebracht. […] Er war unbewaffnet und nicht gewalttätig.”

Nachdem das Video viral ging, fordern zahlreiche User, das Waffle House zu boykottieren. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ein schwarzer US-Burger völlig grundlos von den Polizisten derart gewaltsam in Gewahrsam genommen wurde. Die Tochter von Martin Luther King, Bernice King, schreibt auf Twitter:

“Familie, lasst uns dem Waffle House fernbleiben, bis sich die Unternehmensverwaltung dazu verpflichtet, erstens über Rassismus zu diskutieren, zweitens die Mitarbeiter zu schulen und drittens andere Pläne zur Verbesserung anzugehen. Lasst uns Waffle House fernbleiben, bis sie die Änderungen umsetzen.”

Auch der Kolumnist Shaun King ruft seine rund 954.000 Twitter-Follower dazu auf, die US-Restaurantkette nach diesem Vorfall zu meiden.

“Liebes Waffle House. Hör mir zu. Ich möchte hier etwas klarstellen. Ich bin fertig mit eurem Unternehmen. Endgültig. Ich habe auch meine Follower darum gebeten, euch zu boykottieren. Ihr solltet keine Mühen scheuen, gegen die Brutalität, die einige Leute in eurem Betrieb erfahren, anzugehen.”

Nicht nur im Waffle House gab es einen Rassismus-Skandal. Im April waren in einem Starbucks in Philadelphia zwei Schwarze grundlos festgenommen worden. Angestellte hatten die Polizei gerufen, nur weil die beiden nichts bestellt und auf einen Freund gewartet hatten. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich das Unternehmen und entschädigte die Männer. Zudem verpflichtete sich Starbucks, seine Mitarbeiter zu schulen, um Rassismus zu bekämpfen.