Rassismus-Skandal: Sakho schlägt gegen West Ham zurück

West Ham United ist in einen handfesten Rassismus-Skandal verwickelt. Direktor Tony Henry lehnte wohl gegenüber einem Berater die Verpflichtung eines Afrikaners ab. Als Begründung nannte er Erfahrungen mit Diafra Sakho – dieser schlug nun zurück.

Diafra Sakho spielte von 2014 bis 2018 für West Ham United. (Bild: Getty Images)

“Sie lügen die Leute an”, ließ Sakho per Snapchat verlauten. Der Stürmer wechselte im Januar von West Ham United zu Stade Rennes – und wurde kürzlich als Begründung dessen aufgeführt, dass die Hammers keine Afrikaner mehr verpflichten wollen.

Der DailyMail waren E-Mails aus dem internen Verkehr zugespielt worden, in denen Direktor Henry sich gegen eine Verpflichtung von Afrikanern aussprach. Am Beispiel Sakho habe man erkannt, dass diese für “Chaos sorgen” würden und eine “schlechte Einstellung” hätten.

“Sie wollen keine schwarzen Spieler”

Sakho wehrt sich gegen diese Vorwürfe: “Sie sagen, dass ich schlecht bin, nur weil ich Charakter gezeigt habe. Ich bin ein Löwe, sie sind erschreckt worden und jetzt wird jeder erkennen, warum ich diesen Klub verlassen wollte.”

Er führte weiter aus: “Zeigt allen Fans, was wahr ist. Sie wollen keine schwarzen Spieler. Einer nach dem anderen verlassen wir den Klub. Viel Glück an alle Fans von West Ham. Wir werden bald die Wahrheit erkennen. Ich denke, dass es Ungerechtigkeit ist.”


Henry vorerst suspendiert

West Ham hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert und Henry bis auf weiteres suspendiert. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, dass Rassismus im Klub zu keiner Zeit geduldet werden und der Klub den Vorfall “extrem ernst” untersuchen würde.

Im aktuellen Kader des englischen Erstligisten stehen zwei Spieler, die für afrikanische Nationalteams auflaufen oder auflaufen könnten: Cheikhou Kouyate (Senegal) und Arthur Masuaku (Kongo). Afrikanische Wurzeln haben Joao Mario, Angelo Ogbonna, Pedro Obiang und Emdimilson Fernandes.