Rassismus-Eklat: Polizei kontert Bennett-Vorwürfe

Michael Bennett spielt für die Seattle Seahawks in der NFL

Nachdem NFL-Profi Michael Bennett von den Seattle Seahawks in einem offenen Brief von Polizeibrutalität berichtet hatte, hat die Polizei die Vorwürfe nun zurückgewiesen.

Sie teilte mit, dass sie nach der Sichtung von Videomaterial "keine Beweise" gefunden hätte, dass die Polizeibeamten übermäßig viel Gewalt gegenüber dem NFL-Profi angewendet hätten.

Sheriff Joe Lombardo vom Las Vegas Metropolitan Police Departement sagte, die Beamten hätten "sich angemessen und professionell verhalten". Er wies außerdem Bennetts Vorwürfe zurück, dass die Festnahme rassistisch motiviert gewesen sei.

Bennetts Anwalt John Burris sagte NFL.com dagegen, dass die Videos nicht erklären würden, warum die Polizei entschieden hätte, Bennett festzuhalten.

"Die Videos widerlegen nichts von dem, was Michael Bennett geschildert hat", sagte Burris.

Bodycam des Beamten nicht eingeschaltet

Laut der Polizei war die Bodycam des Beamten, der Bennett anfangs festhielt, nicht angeschaltet. Die Polizei habe aber 861 Videos gesichtet, darunter welche von Bodycams anderer Beamter und Überwachungsmaterial des Hotels. 193 davon seien relevant für die Untersuchung.

Bennett hatte am 6. September auf Twitter das erste Mal von dem Vorfall am 26. August nach dem Mega-Fight zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor berichtet.

Auf seinem Heimweg sei er von Polizisten festgehalten worden, nachdem er Schüsse gehört und vor diesen weggerannt sei. "Polizisten aus Las Vegas griffen mich heraus und richteten die Pistolen auf mich, nur deshalb, weil ich ein schwarzer Mann bin, der zur falschen Zeit am falschen Ort war", schrieb Bennett.

Anschließend habe ihn ein Polizist aufgefordert, zu Boden zu gehen und dann eine Pistole an seinen Kopf gesetzt. Schlussendlich sei er in einen Wagen gebracht worden. "Dort saß ich für eine Ewigkeit, bis sie endlich realisierten, dass ich kein Dieb oder Krimineller war, sondern ein berühmter Football-Spieler."