Rassismus-Eklat gegen Batshuayi: Borussia Dortmunds Weiterkommen mit Beigeschmack

So richtig freuen konnte sich Michy Batshuayi über das Achtelfinalticket nicht. "2018 und ihr macht auf den Rängen Affenlaute... wirklich?!", schrieb der Stürmer von Borussia Dortmund bei Twitter und richtete sich damit an die "Fans" von Atalanta Bergamo. Es war besonders für den Belgier eine Genugtuung, dass dem BVB nach dem 3:2 aus dem Hinspiel ein schwer erkämpftes 1:1 (0:1) in Reggio Emilia reichte, um die nächste Runde der Europa League zu erreichen.

"Ich hoffe, ihr habt Spaß dabei, die restlichen Spiele im Fernsehen zu schauen, während wir weiter sind", so der Nationalspieler, der das erste Duell in Dortmund mit zwei späten Toren fast im Alleingang entschieden hatte. Der Angreifer benutzte die Hashtags "#SayNoToRacism" und "#GoWatchBlackPanther".

Bergamos Präsident entschuldigt sich bei Batshuayi

Atalanta-Präsident Antonio Percassi reagierte bestürzt. "Ich habe es nicht gehört, um ehrlich zu sein. Wenn es passiert ist, macht mich das traurig. Ich entschuldige mich bei Batshuayi. Das darf niemals vorkommen", sagte Percassi. Allerdings sind die Fans von Bergamo Wiederholungstäter. Erst im vergangenen Monat hatte der Tabellenachte der italienischen Serie A eine Blocksperre erhalten, da Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel rassistisch beleidigt worden war.

In regelmäßigen Abständen werden dunkelhäutige Spieler in italienischen Stadien angegangen. Die jüngsten Vorkommnisse gegen Dortmunds Batshuayi sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Es ist wahrscheinlich, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) Ermittlungen gegen Atalanta aufnimmt.

Michy Batshuayi Borussia Dortmund Bergamo Europa League 0218

Abseits der Störgeräusche von den Tribünen offenbarte die Borussia ganz andere Probleme. Eine so schwache Leistung wie gegen Bergamo kann sich der Bundesliga-Zweite im Achtelfinale wohl nicht erlauben.

Trainer Peter Stöger war nach dem späten Ausgleich durch Marcel Schmelzer (83.) zwar "froh und glücklich, dass wir weitergekommen sind", sah aber auch noch eine Menge Arbeit auf die Mannschaft zukommen. "Wir haben kaum Zweikämpfe gewonnen, das hat nicht viel von Männerfußball gehabt", konstatierte der Österreicher bei Sport1 trocken: "Wir sind ja jetzt noch ein bisschen länger dabei und werden das Spiel in Ruhe analysieren." 

Schmelzer reagiert nach Reus' Schuss goldrichtig

Im Schneeregen von Reggio Emilia hatte der Brasilianer Rafael Toloi (11.) die Gastgeber schon früh in Führung gebracht und dabei Unsicherheiten in der Dortmunder Defensive gnadenlos ausgenutzt. Der nach dem Bundesliga-Spiel bei Borussia Mönchengladbach so hochgelobte Torwart Roman Bürki patzte und wurde erst spät durch Schmelzer erlöst. Der Verteidiger gab nach 64 Tagen Pause aufgrund eines Muskelfaserrisses in der Wade sein Comeback.