Raser in Mauenheim: Anwohner der Eckewartstraße sind von Turbo-Beschleunigern genervt

Anwohner klagen über Lärm und zu schnelles Fahren.

Jenen Effekt kennen die vier Nachbarn allzu gut. Sobald man in einer Gruppe am Straßenrand steht - dieses Mal mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" - beruhigt sich der Verkehr merklich; die Autofahrer passieren dann mit angepasstem Tempo die Häuser an der Eckewartstraße.

Doch in der übrigen Zeit, vor allem abends, gehe es am äußersten Rand der Nibelungensiedlung ganz anders zu. "Die Autofahrer kommen angeschossen, manchmal sogar mit 60, 70 Stundenkilometern und teils auch über die niedrigen Bürgersteige", erzählt Rita Weber.

"Die Straße verleitet zum Rasen, weil sie von vorne bis hinten komplett einsehbar ist." Außer einem kleinen Sackgassen-Seitenarm der Neuen Kempener Straße gibt es zudem bis zur Merheimer Straße keinen Straßenzug, der von rechts einmündet - und zur Vorsicht zwingen würde.

Kontrollen zugesichert

Bei der Stadt riet man ihr, bei Raser-Beobachtungen die 110 zu wählen. "Aber das könnte ich locker vier Mal täglich machen", so Weber. Bereits Ende 2016 hatte ihnen der Beschwerdeausschuss häufigere Kontrollen zugesichert; bisher jedoch ohne merkbares Resultat.

Die Raserei sei auch für Radfahrer ein Problem - die Einbahnstraße ist zweiseitig für sie offen. "Es ist unsere Hauptstrecke nach Nippes, ich selbst fahre meist per Rad durchs Nippeser Tälchen." Oft genug würden entgegen kommende Radler abgedrängt oder zum Absteigen genötigt. Was eventuell helfen würde, wären Tempo-30-Symbole auf der Fahrbahn, um Autofahrer ans Tempolimit zu erinnern, schlagen die Nachbarn vor, oder Geschwindigkeits-Anzeigentafeln.

Was die Eckewartstraße zusätzlich attraktiv für den Durchgangsverkehr macht: Sie ist die einzige Möglichkeit, aus der Siedlung ampelfrei zum Gürtel zu gelangen. "Freitagabends und am Wochenende ist es am schlimmsten", ergänzt ihr Partner Werner Weber. "Man hört hier Autos und Motorräder mit Turbo-Beschleunigung, einige davon hören wir kurze Zeit später auf dem Gürtel das zweite Mal." Er hat für einige Tage den Lärm per Audiodatei aufgezeichnet und Schalldiagramme angefertigt.

Begrünter Schutzwall soll helfen

Hinsichtlich des Gürtel-Lärms hoffen sie auf einen begrünten Schutzwall, der die Reihenhäuser abschirmen könnte. 1999 kam er erstmals ins Gespräch; 2012 beschloss ihn die Bezirksvertretung Nippes beim jährlichen Stadtverschönerungs-Programm. Bisher scheiterten die Pläne am möglichen Gürtelausbau; doch mit dessen Absage durch Schwarz-Grün im Rat könnte sich der Punkt erledigt haben, glauben die Nachbarn. Die Stadt hingegen sieht an der Eckewartstraße keine Gefahr im Verzug gegeben.

Bisher gebe es "keine Anhaltspunkte für permanent überhöhte Geschwindigkeiten", auch sei die Straße nicht als Unfallschwerpunkt bekannt, so das Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Man rate davon ab, das Parken neu zu ordnen. Man könne zwar noch mehr wechselseitiges Parken einrichten. "Dies ginge allerdings deutlich zu Lasten der Stellplatzzahl." Der gerade abends herrschende Parkdruck würde sich noch verschärfen.

Wo wird noch gerast?

Kennen Sie weitere Straßen im Bezirk Nippes oder Chorweiler, auf denen übermäßig viel gerast wird und Polizei oder die Bezirskpolitiker dringend etwas tun müssten? Schreiben Sie uns ein E-Mail an ksta-stadtteile@dumont.de, wir veröffentlichen Ihren Text....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta