Das denkt Teamkollege Raman über Nübels Wechsel

Patrick Berger

Gut gelaunt erscheint Benito Raman nach der Trainingseinheit im Pressecontainer.

Der Schalke-Stürmer, der trotz knackig-kühlem Wind in kurzen Hosen trainierte, hat auch allen Grund dazu, schließlich startet er am Freitag mit den Blau-Weißen als Tabellen-Fünfter - punktgleich mit dem BVB (30) - in die Rückrunde.

"Es lief zuletzt richtig gut für uns“, sagt Raman, der seit Ende Oktober sechs Pflichtspieltreffer für die Königsblauen erzielte.


Der Sommer-Neuzugang (kam von Fortuna Düsseldorf) startete zuletzt richtig durch und will auch am Freitagabend beim Knaller-Auftakt in die Rückrunde gegen Borussia Mönchengladbach (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) nahtlos an seine zuletzt gezeigten Leistungen ansetzen. Raman sagt: "Es ist das erste Spiel in der Rückrunde. Wir genießen eine hohe Aufmerksamkeit. Jeder ist natürlich richtig heiß."

Raman: "Habe mich zu sehr unter Druck gesetzt"

Nach erheblichen Startschwierigkeiten lief es gegen Ende der Rückrunde für den Mann aus Gent (vier Ligatreffer, drei Assists) richtig gut. In den ersten elf Spielen blieb der belgische Nationalspieler noch ohne Treffer, fehlte zudem zwei Spiele wegen Sprunggelenksproblemen und saß vier Mal ohne Einsatz auf der Bank.

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Zu seinem Stotter-Start sagt Raman rückblickend: "Schalke ist ein großer Klub, hier ist alles viel größer, der Druck höher. Ich habe mich anfangs selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Das war nicht gut."

Seine persönlichen Ziele? Raman, der in der vergangenen Bundesliga-Saison zehn Treffer für Fortuna Düsseldorf erzielte, sagt: "Ich würde gerne so gut sein wie letzte Saison. Dazu bräuchte ich noch sechs Tore. Aber ich fokussiere mich nicht so sehr darauf. Jeder von uns will so gut wie möglich spielen. Ein Platz unter den Top sechs wäre am Ende großartig. Wir haben uns gut verstärkt."


Raman versteht die Fans - aber auch Nübel

Der 1,72 Meter große Angreifer, der auf Schalke einen Vertrag bis 2024 hat, spricht auch über den bevorstehenden Wechsel von Alexander Nübel (25) zum FC Bayern.

"Es gab deshalb keine großen Diskussionen im Team", meint Raman. "Es ist seine Wahl. Wenn sich Alex sechs Monate vor Saisonende für Bayern entscheidet, dann ist das sein gutes Recht. Es ist seine Karriere. Klar ist, dass wir einen guten Torwart verlieren. Aber es ist auch noch jung. Mal sehen, was er bei Bayern so macht. Du weißt schließlich nie, was passiert."

Und: "Wir haben auch noch einen anderen guten Torwart, der die gleichen Leistungen zeigen kann wie Alex."


Gemeint ist Markus Schubert, der zumindest in den beiden Spielern gegen Gladbach und in München aufgrund Nübels Rot-Sperre zwischen den Pfosten stehen wird. Der 21-Jährige hütete bereits in den letzten drei Hinrundenspielen das Tor und machte seine Sache gut. Raman dazu: "Schubi hat bereits gezeigt, dass er ein Guter ist."

Abschließend sagt Raman noch über Teamkollege Nübel: "Ich versuche mich, in die Fans hineinzuversetzen: Wenn ich mein ganzes Leben lang Schalke-Fan bin, dann ist es natürlich sehr schwer, diese Entscheidung zu verstehen. Es ist klar, dass sie vielleicht auch ein bisschen sauer sind. Aber du musst als Spieler deine Karriere planen. Ich kann Alex genauso verstehen, wie die Fans. Sie sehen schließlich einen super Keeper zu den Bayern gehen. Aber so ist das eben im Fußball."