Rakete bringt von Russlands neuem Weltraumbahnhof erfolgreich Satelliten ins All

Vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschni ist am Donnerstag eine Rakete mit elf Satelliten an Bord erfolgreich ins All gestartet

Vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschni ist am Donnerstag eine Rakete mit elf Satelliten an Bord erfolgreich ins All gestartet. Der Start der Sojus-Rakete mit zwei russischen Erdbeobachtungssatelliten sowie neun kleineren Satelliten aus Deutschland und den USA sei "ohne Pannen" erfolgt, teilte die russische Weltraumbehörde Roskosmos mit.

"Alles funktioniert wie vorgesehen, Dank an alle", reagierte der für die Raumfahrt zuständige Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Der Kontakt zu den beiden russischen Erdbeobachtungssatelliten vom Typ Kanopus-V sei hergestellt worden.

Russland will bis 2025 insgesamt 150 Satelliten ins All bringen. In jüngster Zeit hatte es aber mehrere Pannen bei derartigen Missionen gegeben. So brach Ende Dezember zwischenzeitlich der Kontakt zum ersten angolanischen Telekommunikationssatelliten ab, der vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gebracht worden war. Obwohl die Verbindung wiederhergestellt wurde, ist unsicher, ob dies von Dauer sein wird.

Am 28. November war der Kontakt zu einer Reihe von Satelliten aus sieben Ländern, darunter Deutschland, komplett abgebrochen, die von Wostotschni aus ins All gebracht worden waren. Der Weltraumbahnhof Wostotschni ist ein Prestigeprojekt von Russlands Staatschef Wladimir Putin. Die Anlage soll Moskau die teure Miete für das Kosmodrom Baikonur ersparen. Von dort starten bisher die Sojus-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS.

Das Wostotschni-Projekt hatte Putin 2007 beschlossen, die Arbeiten begannen aber erst 2012. Das Kosmodrom galt als "Russlands größte Baustelle". Im Zusammenhang mit dem Bau gab es massive Korruptionsvorwürfe. Der neue Weltraumbahnhof soll umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro gekostet haben.

Der erste erfolgreiche Start einer Rakete von Wostotschni erfolgte im April 2016 in Putins Anwesenheit. Er hatte in letzter Minute wegen eines nicht funktionierenden Kabels um 24 Stunden verschoben werden müssen. Putin reagierte damals aufgebracht. Er rügte den Vize-Regierungschef Rogosin und Roskosmos-Chef Igor Komarow und ließ mehrere Verantwortliche entlassen.