Rahul Gandhi tritt Vorsitz der traditionsreichen indischen Kongress-Partei an

Unterstützer feiern den Amtsantritt von Rahul Gandhi

Die traditionsreiche indische Kongress-Partei hat seit Samstag offiziell einen neuen Vorsitzenden: Der 47-jährige Rahul Gandhi trat bei einer Zeremonie in der Parteizentrale in Neu Delhi die Nachfolge seiner Mutter Sonia Gandhi an, welche die Partei 19 Jahre lang geführt hatte. Hunderte Anhänger tanzten vor dem Gebäude und zündeten Feuerwerkskörper.

Die Partei hatte Rahul Gandhi am Montag zum neuen Chef ernannt, neben ihm hatte es keine weiteren Bewerber auf das Amt gegeben. Er galt seit längerem als Kronprinz in der Kongress-Partei. Neben seiner Mutter hatten bereits sein Vater, seine Großmutter und sein Urgroßvater den Parteivorsitz inne; die letztgenannten drei waren auch indische Regierungschefs.

Nach der Unabhängigkeit des Landes 1947 hatte die Kongress-Partei Indiens Politik jahrzehntelang dominiert. Seit dem Sieg der rechtsgerichteten Partei von Ministerpräsident Narendra Modi im Jahr 2014 ist sie in der Opposition. Die nächste Wahl findet 2019 statt.

Rahul Gandhi ist in der Partei nicht unumstritten. Im Wahlkampf 2014 wurde ihm mangelnder Einsatz vorgeworfen, auch sonst setzt er selten politische Akzente. Allerdings wagen in der Kongress-Partei nur wenige, die mächtige Gandhi-Familie offen zu kritisieren.