Radverkehr: Das lang ersehnte Konzept ist in Sicht

Planungsbüro soll Bezirk Ehrenfeld untersuchen - Bürger beteiligt

Ehrenfeld. In kaum einem Stadtteil wird - laut offiziellen Zählungen - so viel mit dem Rad gefahren wie in Ehrenfeld. In einzelnen Straßenabschnitten ist der Anteil der Radfahrer sogar der höchste neben Autofahrern und Fußgängern. All das passierte jedoch bislang ohne Konzept. Die Ehrenfelder Bezirksvertreter vermissten ein Radwegekonzept - das es für die Innenstadt und für Lindenthal mittlerweile gibt - für den Bezirk schon vor mehr als vier Jahren. Jetzt wird ihr Beschluss tatsächlich auf den Weg gebracht.

Unabhängiges Gutachten

Die Verwaltung kündigte in der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlaments an, dass sie die Absicht habe, ein externes Planungsbüro zu beauftragen. Ein unabhängiges Gutachten zur vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur soll erstellt werden. Es analysiert auch das Unfallgeschehen mit Radfahrerbeteiligung oder schaut sich Schulwege genauer an. Zugleich erwartet die Verwaltung Empfehlungen für das weitere Vorgehen.

An der Entwicklung des eigentlichen Handlungskonzepts sollen sich die lokale Politik, Initiativen und Verbände, die sich für Radverkehr und Mobilität einsetzen, sowie Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Ziele sind ein Hauptnetz für den Radverkehr, neue Verkehrsführungen für Radfahrer beispielsweise auf dem Ehrenfeld- und dem Melatengürtel sowie eine nachhaltige Förderung des Fahrradverkehrs.

Eine erste Informationsveranstaltung ist schon für den Herbst geplant. Die Fraktionen in der Bezirksvertretung zeigten sich erfreut über die Mitteilung, aber auch überrascht, dass sie erst so kurz davor davon erfahren.

Nach dem Infoabend sind weitere fünf Veranstaltungen geplant, die nach dem Modell der Bürgerbeteiligungen durchgeführt werden sollen. Nicht zuletzt wegen der hohen Wertschätzung, die das Radfahren im Stadtbezirk genießt, kommt der Beteiligung der Bürger besondere Bedeutung zu.

Gleich mehrere Möglichkeiten werden angeboten, um Hinweise und Anregungen zu geben. Die schon im Sommer während der Aktion "Stadtradeln" angebotene Meldeplattform "Radar" steht weiterhin zur Verfügung. Außerdem können E-Mails mit Hinweisen an das Team der Fahrradbeauftragen der Stadt Köln geschickt werden.

Vom 20. September bis zum 24. Oktober sind alle Bürger aufgerufen, mit Hilfe eines kartenbasierten Online-Dialogs Verbesserungsvorschläge für konkrete Orte im Stadtbezirk Ehrenfeld zu machen. Auf dieser Plattform besteht sogar die Möglichkeit, über einzelne Vorschläge zu diskutieren. Während dieses Verfahrens wird die Fachverwaltung - also das Team des Fahrradbeauftragten und andere Mitarbeiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik - für Fragen zur Verfügung stehen. Das Konzept für diesen Online- Dialog wurde von der Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie der Heinrich-Heine-Universität entwickelt.

Alle Hinweise und Anregungen, die in den unterschiedlichen Formen zusammengetragen werden, wird der beauftragte Gutachter erfassen und bewerten.

www.stadtradeln.de/koeln/

fahrradbeauftragter@stadt-koeln.de...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta