Radikaler Schnitt: Ridley Scott schneidet Kevin Spacey aus seinem neuen Film

Nach den jüngsten Belästigungsvorwürfen gegen Kevin Spacey zieht US-Regisseur Ridley Scott radikale Konsequenzen: Sämtliche Szenen mit dem Hollywood-Schauspieler aus dem bereits abgedrehten Film “Alle the Money in the World” (“Alles Geld der Welt”) sollen herausgeschnitten und mit dem 87-jährigen Christopher Plummer als Erstzmann nachgedreht werden. Im offiziellen Trailer ist noch Kevin Spacey in der Rolle zu sehen.

Der Film über den Ölmilliardär J. Paul Getty, dessen Enkel in den 70er Jahren entführt wurde, sollte Mitte November auf dem Filmfestival in Los Angeles vorgestellt werden. Sony Pictures zog die Premiere nach Berichten über sexelle Übergriffe Spaceys zurück. Zuvor hatte Netflix Spacey aus der Erfolgsserie “House of Cards” geworfen.

Derweil mehren sich die Anschuldigungen. Am Mittwoch berichtete die ehemalige TV-Moderatorin Heather Unruh von einem sexuellen Übergriff im Juli 2016 gegen ihren Sohn. Beim Treffen in einer Restaurantbar soll Spacey dem damals 18-Jährigen mehrere Drinks bestellt und ihn danach anzüglich berührt haben.

Erst als Kevin Spacey in seine Hose griff, sei ihm die bedrohliche Situation klar geworden, Er habe keinesfalls sein Einverständnis bekundet, sagte Unruh im Interview mit unseren Kollegen von NBC.

Spacey soll ihn bedrängt haben, ihn auf eine private Party zu begleiten. Als der Schauspieler kurz auf der Toilette verschwand. soll der junge Mann in Panik davongerannt sein. Eine Barbesucherin, die seine Verzweiflung beobachtete, hätte ihm dazu geraten haben. Danach rief der junge Mann seine Mutter an.

Heather Unruh: “Er sagte: ‘Mom, Kevin Spacey hat versucht, mich zu vergewaltigen!’”

Der Junge meldete den Fall damals nicht, weil es ihm peinlich war, soll aber inzwischen Anzeige erstattet haben. Die Ermittlungen laufen.