Racing Point: Fokus "vielleicht eher in Richtung Qualifying" verlagern

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Für die verbleibenden vier Rennen der Formel-1-Saison spielt Racing Point mit dem Gedanken, seinen Schwerpunkt auf das Qualifying zu verlagern. Bisher konzentrierte sich die Abstimmungsarbeit darauf, die Reifen zu schonen, was das Tempo über eine Runde hinweg beeinträchtigte.

"Ich glaube immer noch, dass noch mehr im Auto steckt. Und wir haben bei den letzten beiden Rennen gezeigt, dass wir an einem Sonntagnachmittag definitiv sehr gut performen. Das Auto ist an einem Sonntagnachmittag wirklich, wirklich schnell", hält Andrea Green, Technikdirektor bei Racing Point, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' fest.

"Deshalb denke ich, dass wir Bilanz ziehen werden, wo wir in den letzten Rennen waren, und dann sehen, ob wir einige Anpassungen vornehmen müssen, vielleicht eher in Richtung der Qualifikation als des Rennens."

Keine Updates mehr am aktuellen Auto

Die Entwicklung des RP20 ist für dieses Jahr aber so gut wie eingestellt, man konzentriert sich bereits auf das Modell für 2021 - trotz des sich zuspitzenden Kampfes in der Gesamtwertung, wo Racing Point mit Renault und McLaren um Platz drei kämpft.

"Für das Auto im nächsten Jahr sind erhebliche aerodynamische Änderungen erforderlich", blickt Technikchef Green voraus. "Wir haben uns das also schon eine ganze Weile angesehen. Für die letzten paar Rennen haben wir nichts geplant, was das aktuelle Auto betrifft, so sehr wir uns das auch wünschen würden."

Der Kampf um Platz drei sei trotzdem noch lange nicht vorbei. "Wir sind immer noch mittendrin", weiß Green. "Es ist knapp. Wir sind dran an dieser Position. Und es wird ein guter Kampf werden." Aktuell liegt Racing Point nur einen Punkt hinter Renault und gleichauf mit McLaren.

Racing Point will Pechsträhne abhaken

"Es ist intensiv in dieser Gruppe. Wir kämpfen hart und es werden Fehler passieren. Aber ich glaube, was man in diesem Teil des Starterfeldes sieht, sind echte Rennen. Wir kämpfen um etwas, das wirklich ganz wesentlich ist, nämlich den dritten Platz in der Meisterschaft. Und das sieht man an der Art und Weise, wie die Fahrer und die Teams damit umgehen. Sie sind wirklich voll dabei."

Andrew Green sieht im Kampf um WM-Platz drei noch alle Chancen

Andrew Green sieht im Kampf um WM-Platz drei noch alle Chancen<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Andrew Green sieht im Kampf um WM-Platz drei noch alle ChancenMotorsport Images

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Die jüngste Pechsträhne, in der Racing Point vor allem auf der Seite von Lance Stroll einige Nuller schrieb, sieht Green als abgehakt: "Wir haben all das hinter uns gelassen. Ohne diese harte Phase sollten wir klar auf dem dritten Platz liegen, aber das tun wird nicht. Und wird werden uns nicht zurücklehnen und deshalb weinen."

"Wir geben weiter unser Bestes und wenn das Glück auf unserer Seite ist, dann großartig. Aber manchmal muss man sich sein eigenes Glück schaffen", sagt Green weiter.

Green: "Bahrain könnten gut für uns sein"

In Bezug auf die Herausforderung der verbleibenden Strecken fügt er hinzu: "Eigentlich gibt es keine Bedenken. Ich glaube, dass Bahrain möglicherweise gut für uns sein könnte. Es ist wirklich hart zu den Reifen. Der Asphalt ist sehr uneben. Deshalb denke ich, dass die Art und Weise, wie wir von Natur aus schonender zu den Reifen sind, uns helfen könnte."

Die neue Streckenvariante für das zweite Rennen in Bahrain sei "für alle unbekannt", so Green. "Wir wissen nicht genau, wie sich das entwickeln wird. Es wird ziemlich aufregend werden. Die Türkei hat einen hohen Highspeed-Anteil. Wir haben keine großen Bedenken, was die kommenden Kurse angeht. Wir freuen uns auf sie."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.