"Racial Profiling": Modehaus feuert drei Angestellte wegen Diskriminierung

Im Modekaufhaus Old Navy filmte ein Amerikaner demütigende Szenen. (Bild: AFP)

James Conley war auf der Suche nach einem neuen Pullover, als ein Verkäufer ihn des Diebstahls bezichtigte. Für den Amerikaner war klar: Der Verdacht kam nur wegen seiner Hautfarbe auf – und erzählte seine Geschichte auf Facebook. Nun hat das Modehaus anscheinend Konsequenzen gezogen.

Gerade wollte James Conley im Modehaus Old Navy in Iowa einen neuen Pullover bezahlen, da wurde er von einem Angestellten angesprochen – und des Diebstahls bezichtigt. „Der Store Manager hat sich sehr unprofessionell verhalten und mich beschuldigt, weil ich schwarz bin“, erzählt James Conley seine Erfahrung auf Facebook. Der vermeintliche Grund für das Misstrauen des Old Navy-Mitarbeiters: Conley trug beim Shoppen eine blaue Jacke, die ebenfalls von Old Navy stammte und die er zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Der Store Manager bestand allerdings darauf, die Jacke von einer Mitarbeiterin einscannen zu lassen, um sicherzugehen, dass sie auch tatsächlich schon bezahlt wurde. Natürlich war sie das – doch eine Entschuldigung brachten die Mitarbeiter von Old Navy dennoch nicht über die Lippen.

Das Geschehen filmte Conley mit, sein Post wurde unterdessen schon über 150.000-mal geteilt. Mitten in einem gut besuchten Store das Smartphone auszupacken und diese demütigenden Szenen festzuhalten, ist ihm nicht leichtgefallen. Zwar habe er schon Erfahrungen mit „Racial Profiling“ gemacht, aber nie in diesem Ausmaß. Mit „Racial Profiling“ wird die Methode bezeichnet, das physische Erscheinungsbild, etwa Hautfarbe oder Gesichtszüge, einer Person als Entscheidungsgrundlage für polizeiliche Maßnahmen wie Personenkontrollen, Ermittlungen und Überwachungen heranzuziehen.

„Egal, welche Farbe deine Haut hat, du solltest dem nicht ausgesetzt werden, wenn du einfach nur einkaufen willst“, schreibt Conley. „Zuerst dachte ich, ich sollte ruhig bleiben, weil ich nicht sehr konfrontationsfreudig bin.“ Doch dann hätte er entschieden, dass es an der Zeit sei, diese Missstände auszusprechen. „Es war beschämend. Diese Erfahrung wünsche ich niemandem.“

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Auf Facebook hat sich das Unternehmen unterdessen entschuldigt: „Diese Situation war eine Verletzung unserer Werte und Richtlinien, wir möchten uns bei Herrn Conley und bei allen, die wir enttäuscht haben, entschuldigen“, heißt es in dem Post auf der offiziellen Seite von Old Navy. Und weiter: „All unsere Kunden verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden.“


Wie einige US-Medien, darunter „USA Today“ berichten, seien die drei Angestellten, die auf dem Video von Conley zu sehen sind, nun gefeuert worden. Das Unternehmen hat sich dazu bislang noch nicht offiziell geäußert.

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