Wenn Deutschland die Rüstungsexporte in die Türkei nicht stoppt, kann das fatale Folgen haben

Business Insider Deutschland
Merkel Erdogan

Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei könnte momentan kaum schlechter sein. Nun dreht sich der deutsche Wahlkampf in seinem Endspurt auch noch um die Frage nach Rüstungsexporten in die Türkei. Für viele ist der Rüstungshandel ein ganz entscheidender Faktor in diplomatischen Beziehungen. Sollte Deutschland also weiterhin Rüstungsgüter in die Türkei liefern?

In dieser Frage scheinen die Meinungen in der Bundesregierung weit auseinanderzugehen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erklärte am Montagabend, dass fast alle Anfragen zu Rüstungsexporten aus Deutschland in die Türkei aktuell auf Eis liegen. Ausgenommen davon seien Exporte, an die man vertraglich gebunden sei sowie Exporte ohne Waffen, so der SPD-Politiker bei einer „Handelsblatt"-Veranstaltung in Berlin.

„Überdenken der Rüstungsexporte der richtige Schritt“

Für den außenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, steht hingegen vor allem die NATO-Partnerschaft zur Türkei im Vordergrund. Die Solidarität innerhalb der Nato gebiete es, Wünsche der Türkei nach Rüstungslieferungen grundsätzlich wohlwollend zu prüfen und umzusetzen, sagte Hardt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Türkei-Experte Roy Karadag von der Universität Bremen ist da anderer Ansicht. Gegenüber Business Insider Deutschland sagte der Politik- und Islamwissenschaftler: „Wenn man sich vor Augen führt, dass sich die Türkei für kriegerische Auseinandersetzungen unter anderem in Nord-Syrien rüstet, ist das Überdenken der Rüstungsexporte der richtige Schritt.“

Weiterlesen auf businessinsider.de