Nach Rückzug von Twitter-Übernahme: Elon Musk könnte Zahlung einer Milliarden-Summe drohen

Der Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk zusammen mit seiner Mutter, Maye Musk. - Copyright: Angela Weiss/Getty Images
Der Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk zusammen mit seiner Mutter, Maye Musk. - Copyright: Angela Weiss/Getty Images

Tesla-Chef Elon Musk könnte Milliarden von Dollar zahlen müssen, weil er von dem Kaufvertrag mit Twitter zurückgetreten ist. Das sagte Scott Galloway, Professor für Marketing an der New York University.

Es sei unwahrscheinlich, dass Musk den unvermeidlichen Rechtsstreit mit Twitter gewinnen werde. Am Freitag war der Milliardär von seinem 44-Milliarden-Dollar-Deal zurückgetreten.

Twitter ist derzeit rund 28 Milliarden Dollar wert

Musk könnte gezwungen sein, die Differenz zwischen seinem 44 Milliarden Dollar schweren Angebot und dem aktuellen Wert des Unternehmens zu zahlen, sagte Galloway dem US-amerikanischen Podcast "Pivot". Twitter ist derzeit rund 28 Milliarden Dollar wert.

Musk droht eine sogenannte "Break Fee" in Höhe von einer Milliarde Dollar für den Ausstieg aus dem Geschäft. Diese Fee oder auch Gebühr ist eine festgelegte Strafe, die fällig wird, wenn eine Partei aus einer Unternehmensübernahme aussteigt. Da der Twitter-Vorsitzende aber umfangreiche rechtliche Schritte plant, ist diese Gebühr laut Galloway jetzt "überflüssig".

"Er schuldet den Aktionären 17 Milliarden Dollar"

"Er schuldet den Aktionären 17 Milliarden Dollar (…). Und die Aktie von Twitter wird wahrscheinlich abstürzen. Dieser Kerl könnte mit einem Urteil in Höhe von 20 Milliarden Dollar konfrontiert werden", sagte Galloway. Und schloss an: "Jeder mit einem IQ von über 80, der auf ihn hört, hätte gesagt: 'Warum machst du das? Das ergibt keinen Sinn'."

Musks Anwälte argumentierten in einem Schreiben an Twitter, dass das Unternehmen gegen eine Vereinbarung verstoßen habe. Twitter habe die Anzahl der gefälschten Konten auf der Plattform nicht offengelegt. Laut Galloway ist das jedoch kein Grund, die Vereinbarung aufzukündigen.

Angebot von Musk sei in "Monat des Wahnsinns" erfolgt

Galloway sagte außerdem, Musks Zusage, 54,20 Dollar pro Twitter-Aktie zu zahlen, sei in einem "Monat des Wahnsinns" erfolgt. Da sein "Sparschwein" nach einem Rückgang der Tesla-Aktien nun um 40 Prozent kleiner sei, benutze er nun die gefälschten Konten als Vorwand, sich zurückzuziehen.

Mehrere Experten erklärten Business Insider, dass Twitter in seinem Streit mit Musk im Vorteil sei. Das Unternehmen werde aber eher versuchen, eine niedrigere Summe auszuhandeln.

"Die Menschen von Twitter denken vielleicht, dass sie vor Gericht gewinnen werden, aber sie wollen die Unsicherheit beseitigen", sagte uns Chester Spatt, Professor für Finanzen an der Carnegie Mellon University.

Dieser Artikel wurde von Luca Schallenberger aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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