Rückt die Waffenrevolution im Biathlon näher?

Droht dem Biathlon-Sport eine zeitnahe schwerwiegende Veränderung?

Wenn es nach den Regeln der Europäischen Union geht, könnte der beliebte Wintersport schon bald eine waschechte Waffenrevolution durchleben. Die EU will wohl zukünftig auf Blei in Munition verzichten, die im Freien abgeschossen wird. Das geht aus einer Erklärung der Europäische Chemikalienbehörde ECHA hervor. (NEWS: Biathlon-Kampf gegen drohendes EU-Verbot)

Dadurch sollen „die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ minimiert werden, Bleiverbindungen sind sowohl für den Menschen als auch für Tiere schädlich.

Laserwaffen als Lösung?

Die Ausübung des Biathlon-Sports mit traditionellen Waffen wäre demnach nicht weiter ausführbar, weshalb sich mehrere nationale Verbände bereits nach Alternativen umschauen. Der schwedische Ex-Biathlet Björn Ferry brachte Ende Oktober bei SVT Sports etwa die Variante des elektronischen Schießens ins Spiel:

„Man muss eine andere Art von Munition finden oder auf Laser umsteigen, und das wird meiner Meinung nach im Biathlon und im Sportschießen mit der Zeit kommen“, erklärte der Olympiasieger von 2010, der sich damit für eine Abkehr von „scharfer Munition“ aussprach. Zugleich räumte er aber auch ein, dass der Biathlon-Sport „überhaupt noch nicht bereit“ sei für eine derart große Veränderung. (NEWS: Alles zum Biathlon)

Der Schwede bekommt für seinen Gedankengang allerdings auch Gegenwind aus dem eigenen Lager. Sebastian Samuelsson, der zurzeit für die Nationalmannschaft aktiv ist, zeigt sich skeptisch:

„Ich bin wahrscheinlich ein bisschen altmodisch“, sagte der 25-Jährige bei SVT Sports, „aber ich denke, ein Teil der Faszination für den Biathlon sind echte Waffen, die ein bisschen knallen und vom Wind beeinflusst werden. Wenn wir auf Laser umschalten, macht es weniger Lärm und der Wind spielt plötzlich keine Rolle mehr. Ich finde es gut so, wie es ist.“