"Rücksichtslos": Ex-Pirelli-Sportchef Paul Hembery kritisiert Formel 1 heftig

Ruben Zimmermann

Der Plan, die Formel-1-Saison 2020 im Juli in Spielberg starten zu lassen, kommt nicht bei allen gut an - im Gegenteil. Es gibt auch einige heftige Kritiker. Zu diesen zählt auch Ex-Pirelli-Sportchef Paul Hembery, der die aktuellen Planungen der Königsklasse gegenüber 'The Sun' als "rücksichtslos" bezeichnet. Hintergrund: Die Coronakrise ist noch lange nicht überstanden.

"Wie kann man bei so vielen Unbekannten so eine Ankündigung machen?", zeigt Hembery wenig Verständnis und erinnert: "Europa befindet sich in Quarantäne." Daher sei es seiner Meinung nach "vermessen", aktuell von Formel-1-Rennen im Juli zu sprechen. "Wenn die Formel 1 schon ein Statement herausgibt, dann hätte es eines über die Absage der Saison sein sollen", so Hembery.

Der Brite ist nicht der erste, der zu einer Komplettabsage der Saison aufruft. Auch Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley äußerten sich bereits ähnlich. "Es geht nur ums Geld und ums Überleben - wie in jedem Geschäft. Auch die Formel 1 ist nicht immun dagegen", erklärt Hembery, der bis 2017 Sportchef bei Reifenhersteller Pirelli war.

Zudem glaubt der Brite, dass die Formel 1 vor einem weiteren großen Problem stehen könnte. Weil es aktuell noch kein neues Concorde-Agreement für die Jahre ab 2021 gibt, vermutet er, dass einige Teams die Coronakrise als Anlass nehmen könnten, die Formel 1 zu verlassen. "Jetzt besteht die Gefahr, dass sich die Hersteller zurückziehen, um Kosten zu sparen", warnt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.