Rückläufige TV-Werbeerlöse schmälern Bertelsmann-Umsatz

Die Verwaltungsgebäude von Bertelsmann in Gütersloh.

Unter sinkenden Werbeerlösen in der Corona-Zeit leiden viele Medienhäuser, weil Buchungen storniert werden. Der Bertelsmann-Konzern spürt das bereits beim Umsatz im ersten Quartal.

Gütersloh/Luxemburg (dpa) - In der Coronavirus-Krise brechen bei vielen Medienhäusern Werbeerlöse weg - beim Bertelsmann-Konzern hat dieser Effekt den Umsatz im ersten Quartal geschmälert.

Weltweit ging dieser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zurück, wie der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern in Gütersloh mitteilte.

Zum Medienbereich gehören die TV-Sender der RTL Group und das Hamburger Zeitschriften-Verlagshaus Gruner + Jahr («Stern», «Brigitte»). In der Corona-Krise verzeichnet die gesamte Medienbranche hierzulande einen Rückgang im Werbegeschäft, weil Anzeigen storniert oder Projekte verschoben wurden.

Bei der RTL Group sank der Gesamtumsatz im ersten Quartal nach eigenen Angaben um 3,4 Prozent auf rund 1,47 Milliarden Euro. Im TV-Werbemarkt musste die Group in mehreren Ländern Rückgänge hinnehmen. Geschätzt waren es in Deutschland bis zu 4,5 Prozent, in den Niederlanden 7 Prozent und in Frankreich 12 Prozent weniger.

Die Corona-Pandemie bringt der TV-Mediengruppe zugleich auch positive Effekte: Die Zuschauermarktanteile stiegen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Auch im weltweit boomenden TV-Streaming-Bereich, auf den RTL stark setzt, gingen die Abozahlen hoch. Die Plattformen TV Now und Videoland erhöhten ihre zahlenden Nutzer um 34 Prozent auf 1,53 Millionen, wie die RTL Group in Luxemburg mitteilte.

Während der Umsatz bei der RTL Group, die ihren Ausblick für das laufende Jahr bereits zurückzog, rückläufig war, hätten sich andere Bertelsmann-Geschäftsbereiche positiv entwickelt, hieß es vom Konzern in Gütersloh. Aufgezählt wurden der Musikbereich BMG, die Arvato-Dienstleistungsgeschäfte - bei denen der Konzern zum Teil bereits Kurzarbeit anmeldete -, und die Bildungsgeschäfte.

Wegen der Corona-Krise hält Bertelsmann mit mehr als 126.000 Mitarbeitern seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 nicht mehr aufrecht. Finanzvorstand Bernd Hirsch sagte: «Eine belastbare Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung für 2020 ist derzeit nicht möglich. Wir haben zahlreiche Gegenmaßnahmen bei Kosten und Investitionen getroffen, erwarten allerdings negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage in den kommenden Monaten.»