Rauf – runter – richtungslos

In Frankfurt zeigt sich ein erneutes Auf und Ab. Einem freundlichen Morgen folgt am Dienstag ein rascher Fall – wie schon so oft im November. Anleger schauen heute auf die Senatsanhörung des designierten Fed-Chefs.


Auch am Dienstag hat der Dax mit der 13.000-Punkte-Marke gerungen. Wie so oft im diesjährigen November findet der Markt keinen klaren Trend. Getragen von Rückenwind aus den USA, startete der Dax souverän, kippte aber schnell ins Minus. Zuletzt notierte der Dax mit 13.025 Punkten knapp 0,2 Prozent fester als am Vortag. Sein europäisches Pendant, der Euro-Stoxx-50, rückte 0,3 Prozent vor auf 3575 Zähler. Ein schwierige Börsenmonat neigt sich seinem Ende entgegen, seine Bilanz: ein Minus von anderthalb Prozent.

Zwar hatte der Deutsche Aktienindex am Monatsanfang seine Zwei-Monats-Rally mit einem Allzeithoch von 13.425 Punkten gekrönt, doch seitdem stockt das Getriebe. Optimisten hoffen auf eine Jahresendrally, Pessimisten sehen eine Korrektur kommen. Gemein ist ihnen allen die Suche nach Impulsen. Auch heute wieder schweift der Blick – und kommt im Washington zum Stehen.


In der US-Hauptstadt tritt am Nachmittag der designierte Chef der Federal Reserve, Jerome Powell, vor den Bankenausschuss des amerikanischen Senat. Die Finanzwelt erhofft sich von der Anhörung Hinweise auf die zukünftigen Kurs der weltmächtigsten Notenbank. Im bereits veröffentlichten Text zu der Senatsrede sprach sich Powell für eine undogmatische Geldpolitik aus: „Wir müssen uns die Flexibilität bewahren, unsere Politik den wirtschaftlichen Entwicklungen anzupassen.“ Solche Aussagen dürften vor allem dazu dienen, die Handlungsfähigkeit und Entschlossenheit der Fed zu untermauern.

Wie sich Powell eine solche adaptive Geldpolitik der Fed vorstellt, darauf richten sich die heutigen Fragen der Senatoren. Im Gouverneursgremium der Federal Reserve, dem er seit 2012 angehört, vertrat der Republikaner bisher einen Kurs, der nicht weit weg war von dem der bisherigen Fed-Chefin Janet Yellen, die man allgemein eher als Taube einordnet – sprich: einer Verfechterin einer eher Stimulus-affinen Strategie. Im Text Powells hieß es weiterhin, dass auf unerwartete Gefahren für die Finanzstabilität und den ökonomischen Erfolg des Landes mit angemessener Durchschlagskraft reagiert werden müsse.


An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Europa kaum verändert. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,1 Prozent höher bei 23.580 Zählern. Der Nasdaq verlor 0,2 Prozent, der S & P500 blieb fast unverändert bei 2601 Punkten.

In Tokio schloss der Nikkei-Index am Dienstag ebenfalls fast unverändert bei 22.486 Punkten. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,1 Prozent auf 3324 Punkte.

Die Gewinne im Dax gingen durch alle Sektoren. ThyssenKrupp führte mit einem Kursanstieg von rund einem Prozent die Gewinnerliste an. Bundeswirtschaftsministerin Zypries hat kurz vor dem G20-Stahlgipfel in Berlin den USA mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollten sie weitere Stahl-Strafzölle gegen europäische Anbieter verhängen. "Wir stehen nach wie vor bereit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn die Amerikaner anfangen, solche Zölle zu erlassen - das müssen wir auch", sagte sie Reuters. Auf der Verliererseite stand BMW ganz oben, mit einem Minus von knapp einem Prozent.

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