Rückendeckung für Pechvogel Leno

Michael Prieler, Martin van de Flierdt, Jochen Stutzky
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Weltmeister Deutschland ist mit einem Sieg in den FIFA Confederations Cup gestartet. In Sotschi feiert die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw einen 3:2 (2:1)-Sieg gegen Australien. Die SPORT1-Einzelkritik

Bundestrainer Joachim Löw hat den FIFA Confederations Cup extra als große Chance für Nationalspieler aus der zweiten Reihe ausgerufen, sich für die WM im kommenden Jahr in den Vordergrund zu spielen.

Viele Stammspieler erholen sich im Urlaub, auf der großen Bühne in Russland ist also genug Platz für Shootingstars. Akteure wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka oder Julian Brandt scheinen ihre Chance ohne Umwege am Schopf zu packen. Torhüter Bernd Leno hat das Auftaktspiel gegen Australien dagegen nicht gerade für Eigenwerbung genutzt.

Mit zwei Fehlgriffen brachte er die "Socceroos" zweimal zurück ins Spiel, als das DFB-Team eigentlich hoch überlegen schien. Vor dem 1:1 (37.) flutschte dem Leverkusener ein Vollspann-Schuss von Tom Rogic durch, nachdem Leno zuerst in die andere Torecke geschickt worden war.

Vor dem 2:3 (56.) patschte er den Ball nach einem erneuten Fernschuss ungeschickt vor die Füße des späteren Torschützen Tomi Juric (56.).


Leno: "Bin klar unzufrieden"

"Das war heute ein schlechteres Spiel von mir. Mit dem Fehler vor dem zweiten Tor bin ich klar unzufrieden. Ich glaube, auch beim ersten sehe ich unglücklich aus, aber der Schuss war ein bisschen schwieriger zu halten, weil der erste Versuch zuerst ins andere Eck kam. Als Torwartfehler würde ich das jetzt nicht sehen", beurteilte Leno seine Leistung im Anschluss.


Seine Teamkollegen und auch Bundestrainer Löw stellten sich nach Lenos unglücklichem Auftritt indes demonstrativ hinter ihn. Löws beschwichtigender Kommentar: "Beim ersten Gegentor kann er nichts machen. Den zweiten Ball könnte er wahrscheinlich festhalten, obwohl er ein bisschen abgefälscht war. Aber so etwas passiert einem jungen Torhüter."


Brandt: "Das wird ihn nicht umhauen"

Julian Brandt, der mit seiner Leistung deutlich zufriedener sein konnte als sein vier Jahre älterer Bayer-Kollege, macht sich um Leno keine Sorgen: "Bernd ist mental stark. Er wird sich ärgern, sitzt jetzt aber nicht weinend in der Ecke. Das wird ihn nicht umhauen."

Statt Lenos Fehler hervorzuheben zeigte sich der Großteil der DFB-Akteure eher selbstkritisch mit der eigenen Offensiv-Leistung. Kapitän Julian Draxler, Mittelstürmer Sandro Wagner und Leistungssträger Joshua Kimmich bemängelten die Chancenverwertung vor allem in der ersten Hälfte.

Draxler mahnte in Hinblick auf das kommende Gruppenspiel gegen Chile sogar: "Wir haben den Faden verloren. Es darf uns nicht passieren, dass wir so viele lange Bälle spielen. Mit Chile kommt ein stärkerer Gegner auf uns zu, da müssen wir besser spielen."