Rückblick: Diese Musiker haben dem Regen beim Summerjam getrotzt

Der 32. Summerjam am Fühlinger See trotzte dem Regen mit Reggae und HipHop.

Der 32. Summerjam am Fühlinger See trotzte dem Regen mit Reggae und HipHop.

Ok Kid

Mit etwas weniger Reggae, dafür mehr HipHop stimmten sich die Besucher des 32. Summerjam-Festivals auf ein musikalisches und leider auch regnerisches Wochenende ein. Die Kölner Band Ok Kid spielte mit ihrem Lieblingsgetränk Gin Tonic in den Händen das Lied „Bombay Calling“, mit „Gute Menschen“ setzten sie ein Zeichen gegen Fremdenhass und Homophobie – bei den Reggae-Fans kam das gut an. „Ich finde es schön, dass wir hier so entjungfert werden“, resümierte Sänger Jonas Schubert sein  Summerjam-Debüt.

Joy Denalane

Bereits ein Summerjam-Profi ist hingegen Sängerin Joy Denalane: „Ich singe neue Lieder, aber erzähle euch auch alte Geschichten, nehme euch mit auf alte Inseln“, sagte die 34-Jährige, als sie die Bühne am Fühlinger See betrat. Darauf folgte ein eher ruhiges Soul-Konzert – mehr für den musikalischen Genuss als die Feierlaune. Mit ihrer Ballade „Rotschwarz“ erinnerte die Berlinerin an Prince, „ich habe sie nach seinem Tod geschrieben, weil er mich mein Leben lang inspiriert hat“.

G-eazy

Der US-Rapper G-Eazy performte vor einem Meer aus zum Takt wippenden Armen. Neben seinen Hits „Me, Myself and I“ und „Good Life“ sandte er mit dem Refrain „Fuck Donald Trump“ eine klare Botschaft zu seinem aktuellen Präsidenten nach Washington.

Sido

Und mit HipHop endete der Freitagabend auch: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nicht sicher war, ob ich die richtige Wahl fürs Summerjam bin, weil es ja ein Reggae-Festival ist“, sagte Rapper Sido, der  für die ersten drei Lieder noch einmal seine silberne Totenkopfmaske rausgekramt hatte. Doch versammelte er am ersten Tag die meisten Zuschauer vor der Red Stage, ein klares Zeichen gegen die vorhergehende Kritik an seiner Teilnahme.

Jahcoustix

Dunkle Wolken und Nieselregen bestimmten den Samstag. Der deutschstämmige Jahcoustix gab sein Bestes, um das schlechte Wetter zu vertreiben. Mit den Liedern aus seinem aktuellen Album „Seriously Positive“ versprühte der 38-Jährige so viel Zuversicht, dass er die kleine, verschlafene Menge vor der Green Stage zum Mitsingen animierte. Beim Song „Unity“ fassten sich alle an den Händen und schwangen im Takt der Roots-Reggae-Beats – und der Regen verschwand.

Protoje

Doch bereits am Nachmittag kehrte er zurück. Mit dem Jamaikaner Protoje stand das erste Highlight des Abends auf der Bühne. Die Fans tanzten, wiegten sich im Takt und sprangen – dem Regen zum Trotz, mit Capes, Schirmen oder einfach Oberkörper frei. Textsicher sangen sie Lieder wie „Who Knows“ und „Hail Rastafari“ mit.

Alpha Blondy

Dann betraten die Legenden die Bühne – die entspannte Musik von Alpha Blondy ist eine Wohltat für die Reggae-Seele. Die Rastazöpfe in der Menge tanzten ausgelassen, als der 64-jährige Sänger Seydou Koné aus Westafrika mit unglaublich souveräner Bühnenpräsenz einen Klassiker nach dem anderen performte – rockige Saxophon-Soli inklusive. Und der Regentanz funktionierte. Am Horizont kehrte der blaue Himmel zurück. Den Höhepunkt der Show widmeten Alpha Blondy dem Frieden – „We want Peace!“ Mit Bomben erreiche man keine Demokratie, rief Koné den Tanzenden zu.

Patrice

Die Sonne ging unter und tauchte das Festivalgelände in rot-goldenes Licht, als Patrice die Bühne betrat. Auf dem Summerjam hat der gebürtige Kölner Heimvorteil. Hier ist er musikalisch groß geworden. Neben seinen alten Hits, präsentierte er mit elektronischen Beats einen eher modernen Reggae-Stil. Der hat nur noch wenig mit seinen Wurzeln als Singer-Songwriter zu tun. Doch der Menge vor der Red Stage gefiel der ungewöhnliche Mix.

Damien Marley

Gegen 23.30 Uhr strömten minütlich mehr Zuschauer auf den Platz vor der Red Stage. Zum Tanzen blieb nur noch ein Radius von wenigen Millimetern. Dann betrat er die Bühne: Damien Marley, der jüngste Spross der Legende Bob Marley. Seine Rastazöpfe hatte er zusammengebunden. Alleine das war eine Ansage. Ebenso das erste Lied „Make it Bun Dem“ – eine Kooperation mit Dubstep-DJ Skrillex. Flaggen in Jamaika-Farben wehten vor und auf der Bühne, eine großangelegte Lichtshow begleitete die Töne. Trotz minimalem Platz gab es für die Zuschauer kein Halten mehr: Sie sprangen, tanzten und sangen ohne Pause.

Bilderbuch

Das Konzert der Wiener von Bilderbuch war wahrscheinlich die skurrilste Mischung aus Musik und Bühnenpräsenz einer Band in der Geschichte des Summerjam. „Vor 32 Jahren war James Brown hier, wo wir jetzt stehen – auf einem Reggaefestival“, kommentierte Sänger Maurice Ernst die Paradoxie ihres Auftritts. Bei Bilderbuch spielte die Gitarre Klavier wechselte die Musik blitzschnell zwischen Besinnlichem und experimentellem Funkrock.

Bukahara

„Jetzt können wir es ja sagen. Das Summerjam war früher immer das Festival, zu dem wir durch den Fühlinger See geschwommen sind“, sagte Max von Einem von der Kölner Band Bukahara. Die eröffnete um 14.30 Uhr den letzten Festival-Tag. Gesungen wurde auf Englisch, Deutsch und Arabisch – getanzt zu Klängen von Posaune, Gitarre oder Sousafon. Ein gelungener Auftakt zum Abschluss – das Publikum stimmte sich ausgelassen auf die Auftritte von Nas und Toots & The Maytals am Abend ein. Dem Regen zum Trotz....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta