Römische Geschichte: Besucher sollen in Weidener Grabkammer auf Zeitreise gehen

Der Förderverein will die Weidener Grabkammer zum Lern- und Erlebnisort ausbauen.

Kölns römische Vergangenheit wird an vielen Orten in der Innenstadt sichtbar, zum Beispiel an der teils gut erhaltenen Stadtmauer. Dass eines der bedeutendsten Zeugnisse aus dieser Ära in Weiden – unweit des Einkaufszentrums Rhein-Center – liegt, wissen hingegen nur wenige Menschen.

Die Grabkammer in sechseinhalb Metern Tiefe unterhalb der Aachener Straße ist die einzige komplett erhaltene römische Grabkammer nördlich der Alpen. Damit mehr Kölner von der antiken Kultstätte erfahren, will der Förderverein Römergrab Weiden aus ihr einen Lern- und Erlebnisort machen.

Ein Entwurf des Gestaltungsbüros Herrmanns aus Münster zeigt, wie dieser Lernort aussehen soll: In drei Räumen im Erdgeschoss des benachbarten Hauses verdeutlichen Karten und Exponate den Alltag der Römer, ihren Totenkult und das antike Bestattungswesen. Eine Karte des römischen Köln verortet die Grabkammer zur Zeit ihres Entstehens. Im Dachgeschoss des ehemaligen Aufseherhauses entsteht ein Vortrags- und Arbeitsraum für Schülergruppen.

Kammer besteht aus Tuffsteinblöcken

Die Kammer, in der römische Gutsherren ihre Angehörigen bestatteten, wurde im zweiten bis vierten Jahrhundert aus Tuffsteinblöcken, festgewordener Vulkanasche und Gesteinsbrocken erbaut.

Innen beherbergt sie einen prächtig verzierten Sarkophag sowie Liege- und Sitzgelegenheiten aus Marmor und Kalkstein. Große Grabkammern wie jene in Weiden nutzten die Römer an besonderen Tagen für Totenmahle, bei denen die Männer im Liegen aßen und die Frauen an ihrer Seite auf den Sesseln Platz nahmen.

„Die Römer haben ihre Toten pompös an gut sichtbaren Orten bestattet, damit sie nicht vergessen werden“, sagt Heinz Günter Horn, der Vorsitzende des Fördervereins. Das erklärt die Lage der Kammer an der vierspurigen Aachener Straße: Dort verlief einst die wichtige Fernstraße Via Belgica, die Köln mit dem Ärmelkanal verband.

Die Grabkammer wurde 1843 bei Bauarbeiten zufällig entdeckt. Der damalige Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner erkannte ihre Bedeutung und ließ ein Schutzhaus über dem Zugang zum unterirdischen Raum errichten. Das benachbarte Wohnhaus, das künftig die Ausstellung beherbergen wird, stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Der Lernort soll ab Ende 2018 drei Tage in der Woche für Besucher offenstehen. Horn wünscht sich, dass der historische Ort dann nicht nur Besucher anzieht, sondern auch für den Stadtteil Weiden identitätsstiftend wirkt.

Am Tag des Denkmals geöffnet

Die Grabkammer ist wegen der Umbauarbeiten zurzeit geschlossen. Am 10. September zum Tag des offenen Denkmals kann sie von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. An diesem Tag präsentiert sich auch der Förderverein Römergrab Weiden, der sich 2015 gegründet hat. Er finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und hofft darüber hinaus auf Förderbeiträge des Landes NRW. Wer Mitglied werden möchte, kann sich telefonisch unter der 0221/22124425 oder per E-Mail melden. (lis)

Kontakt unter info@roemergrab.de....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta