"Markus Lanz": FDP-Mann Brüderle bedient jetzt AfD-Klientel

Marius Klingemann
  • FDP-Politiker Rainer Brüderle zeigte sich am Dienstagabend bei “Lanz” äußerst angriffslustig.
  • Er kritisierte Deutschland und die EU, die sich mit den USA “nicht auf Augenhöhe” bewegen würden.

“Ich bin radikaler als früher!” Es schien, als wollte Rainer Brüderle das Publikum gleich zu Beginn darauf vorbereiten, was er ihm in den folgenden 75 Minuten bieten wollte.

Der FDP-Politiker zeigte sich im ZDF-Talk “Markus Lanz” so angriffslustig wie selten zuvor – und knöpfte sich neben der Europäischen Union auch die deutsche Politik und Berlins Rolle in der Welt vor. 

Die Gäste bei “Markus Lanz”:

Christian Hacke, Politikwissenschaftler 

► Miriam Meckel, Publizistin und Lebensgefährtin der ARD-Talkmasterin Anne Will

► Jochen Breyer, TV-Moderator (unter anderem beim “Aktuellen Sportstudio”)

Brüderle: “Quasselbude in Brüssel” erreiche die Menschen nicht

Besonders kritisch betrachtete der ehemalige Bundeswirtschaftsminister das Verhältnis der EU und Deutschlands zu den USA: Die Amerikaner könnten die “Quasselbude in Brüssel” nicht ernst nehmen, da diese keine Ordnung hinter ihre europäische Idee bekomme.

Brüderle bediente damit die populistische Meinung über die EU-Bürokratie, die vor allem Geld ausgebe aber keine vernünftige Gesetze schaffen würde. Ein Vorurteil, das auch AfD-Politiker gerne pflegen

Die Europäer müssten jetzt zusammen stehen, warf Sportmoderator Jochen Breyer ein. “Das sehe ich aktuell nicht”, erwiderte Brüderle. Prinzipiell sehe er Europa aber als “Chance” an – sofern Einigkeit insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland bestehe

Dies sei derzeit, unter anderem beim Thema europäische Streitkräfte, jedoch keinesfalls gegeben. Insgesamt sei die EU “zu vorsichtig”, spreche keine Klartext, verliere somit den Zuspruch der Menschen und stärke den Populismus, befand Brüderle.

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