Die Quartalszahlen des Tages

Beim Onlinehändler Ebay sind die Geschäfte im zweiten Quartal nicht so rund gelaufen wie von Anlegern erhofft. Volvo sieht sich auf Rekordkurs beim Absatz. Ein Überblick über die Quartalszahlen vom Donnerstag.

Zahlreiche Firmen veröffentlichen heute ihre aktuelle Quartalsbilanz. Ein Überblick über die Ergebnisse vom Donnerstag:

SAP-Geschäfte laufen rund
Dank glänzender Geschäfte mit Mietsoftware aus der Cloud setzt sich SAP für 2018 noch höhere Ziele. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal hob der Softwarekonzern aus Walldorf am Donnerstag zum zweiten Mal seine Jahresprognose an. Der Umsatz soll währungsbereinigt um sechs bis 7,5 Prozent steigen und zwischen 24,975 und 25,3 Milliarden Euro liegen; bislang waren 24,8 bis 25,3 Milliarden angekündigt. Auch beim Betriebsergebnis legte SAP die Latte für das untere Ende noch etwas höher: Es soll jetzt zwischen 7,4 und 7,5 Milliarden Euro betragen statt der bisher anvisierten 7,35 bis 7,5 Milliarden Euro. „Wir könnten nicht zuversichtlicher sein“, sagte Vorstandschef Bill McDermott. „Das Cloudgeschäft fliegt.“ Die SAP-Aktie war vorbörslich größter Dax-Gewinner.
Ins Geschäft mit Software, die übers Internet abonniert wird, ist Europas wertvollstes Technologieunternehmen vergleichsweise spät eingestiegen. SAP musste viel Geld in die Hand nehmen, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Das drückte über viele Quartale die Rendite. Jetzt erntet der Konzern die Früchte dieser Neuausrichtung: Im zweiten Quartal stieg das Betriebsergebnis währungsbereinigt um zwölf Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Auch beim Umsatz lag SAP über den Erwartungen der Analysten. Die Erlöse kletterten um zehn Prozent auf gut sechs Milliarden Euro. Das Cloudgeschäft als Wachstumstreiber zog währungsbereinigt um 40 Prozent an auf gut 1,2 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf von Lizenzen, für die auf einen Schlag hohe Kosten für den Kunden anfallen, gingen dagegen erneut zurück und sanken auf 996 Millionen Euro.

Heißer Sommer drückt auf Home24-Geschäft
Der Online-Möbelhändler Home24 ringt mit dem heißem Sommer. Da das außergewöhnlich warme Wetter spürbar auf die Nachfrage von großen Möbeln drückt, senkte die Rocket-Internet-Beteiligung ihre Wachstumsprognose für das zweite Quartal deutlich. Das geschätzte Umsatzplus werde nun bei etwa 6 bis 8 Prozent liegen, teilte das im Juni an die Börse gebrachte Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Bisher hatte Home24 ein Wachstum zwischen 13 und 28 Prozent in Aussicht gestellt. Die detaillierten Zahlen sollen am 12. September veröffentlicht werden.

Ebay-Wachstum flaut ab
Internetriese Ebay streicht seine Jahresprognose zusammen. Nach hohen Ausgaben für Werbung und die Entwicklung attraktiverer Internetseiten nimmt der Online-Händler nur noch Umsätze von 10,75 bis 10,85 Milliarden Dollar ins Visier. Bisher hatte sich der Amazon-Rivale 10,9 bis 11,1 Milliarden Dollar zugetraut. Im abgelaufenen zweiten Quartal stiegen die Erlöse um gut neun Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Nettogewinn erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 533 Millionen Dollar. Mit dem ebenfalls veröffentlichten Ausblick auf das dritte Quartal blieb Ebay hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel zwei Prozent nach.

Fortum schraubt Gewinn nach oben
Der finnische Versorger profitiert von steigenden Strom- und Emissionspreisen und hat so seinen operativen Gewinn im zweiten Quartal um 40 Prozent auf 153 Millionen Euro gesteigert. Der Konzern ist inzwischen mit 47,35 Prozent der größte Aktionär der ehemaligen E.On-Tochter Uniper.

Alstom steigert vor Siemens-Fusion seine Erlöse
Der französische TGV-Hersteller Alstom zeigt vor der geplanten Übernahme durch Siemens Stärke. Der Umsatz sei im ersten Quartal 2018/19 (per Ende Juni) um 14 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Bahntechnik-Konzern am Donnerstag in Paris mit. Grund dafür waren vor allem Großaufträge aus dem Nahen Osten. Der Auftragseingang schnellte sogar um 38 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro nach oben. Größter Meilenstein dabei sei der Zuschlag für das neue Metro-System der kanadischen Metropole Montreal gewesen, sagte Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge, der auch das fusionierte Unternehmen leiten soll. Zu den neuen Aufträgen gehören auch Citadis-Straßenbahnen für Frankfurt. Der Auftragsbestand von Alstom lag Ende Juni bei 35,5 Milliarden Euro. „Deshalb bestätigen wir unsere Prognose“, sagte Poupart-Lafarge. Alstom rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von acht Milliarden Euro und einer bereinigten Umsatzrendite von bis zu sieben Prozent vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge). Das entspricht einem bereinigten Ebit von bis zu 560 Millionen Euro.

ABB steigert Gewinn um fast ein Drittel
Trotz der anhaltenden Umsatzflaute hat der Elektrotechnikkonzern ABB im zweiten Quartal 2018 mehr verdient. Der Gewinn des Schweizer Unternehmens kletterte dank des Sparkurses von Konzernchef Ulrich Spiesshofer um 30 Prozent auf 681 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 631 Millionen Dollar. Vor Jahresfrist hatten markante Preiserhöhungen für Kupfer und Stahl das Ergebnis geschmälert. Der um Zukäufe und Wechselkurseinflüsse bereinigte Umsatz sei um ein Prozent auf 8,89 Milliarden Dollar gewachsen, wie ABB am Donnerstag weiter mitteilte. ABB gab einen verhaltenen Ausblick ab. Zwar wachse der weltweite Markt, aber die weltweiten geopolitischen Unsicherheiten hätten zugenommen.

IBM weiter auf Erholungskurs nach schwachen Jahren
Der Computerkonzern konnte im zweiten Quartal erneut mehr Umsatz und Gewinn verbuchen. Dabei erwirtschafteten neuere Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz erstmals mehr als die Hälfte der Umsätze. Allein das Cloud-Geschäft wuchs um ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Dollar. Insgesamt legte der Konzernumsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf rund 20 Milliarden Dollar zu, wie IBM nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn wuchs von 2,33 auf 2,4 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Plus von 1,22 Prozent. IBM hat einen jahrelangen drastischen Umbau hinter sich, bei dem der traditionsreiche Konzern stärker auf das neue Geschäft ausgerichtet wurde. Zum guten Abschneiden im zweiten Quartal trug nun aber auch die Hardware-Sparte bei.

Volvo legt bei Absatz und Umsatz zu
Die florierende Nachfrage auf dem Nutzfahrzeugmarkt und im Service-Bereich haben die Kassen des schwedischen Lkw-Konzerns Volvo anschwellen lassen. Vorstandschef Martin Lundstedt erneuerte am Donnerstag allerdings seine Befürchtung, dass wegen der starken Auftragslage die Engpässe bei der Zulieferkette vor allem in den USA und damit verbundene höhere Kosten bestehen blieben. Er betonte aber: „Wir sind weiterhin bestrebt, die Effizienz in allen Teilen des Konzerns und in der gesamten Lieferkette zu verbessern, und obwohl wir in die richtige Richtung gehen, gibt es noch Verbesserungspotenzial.“

Unilever steigert seinen Umsatz nicht wie erwartet

Der Konsumgüterhersteller hat im zweiten Quartal den Preisdruck und die Auswirkungen eines Streiks in Brasilien zu spüren bekommen und daher einen geringenen Umsatzanstieg als erwartet verbucht. Die Erlöse legten um 1,9 Prozent auf rund 13 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet.