Quartalsgewinn von BMW fällt wegen anhaltender Lieferprobleme

Der Autobauer BMW hat im zweiten Quartal wegen anhaltender Lieferprobleme weniger Gewinn eingefahren und weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Der Nettogewinn zwischen April und Juni belief sich auf 3,05 Milliarden Euro - verglichen mit 4,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. "Zusätzlich zu den anhaltenden Versorgungsengpässen" sehe BMW nun auch einen "zunehmenden wirtschaftlichen Gegenwind aufziehen", sagte Firmenchef Oliver Zipse zu den Zahlen.

Die anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten mit Halbleitern sowie Beeinträchtigungen in den Lieferketten vor allem wegen der Lockdown-Maßnahmen in China wirkten sich demnach "negativ auf die Produktion und Auslieferungen" von Fahrzeugen aus, fuhr BMW fort. So betrug der Absatz im zweiten Quartal 563.000 Fahrzeuge - ein Rückgang von 19,8 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Wie andere Autobauer, die mit Produktionsengpässen kämpfen, konzentrierte sich zuletzt auch BMW stärker auf hochpreisige Fahrzeuge. Dieser "Produkt-Mix", wie BMW das nennt, sowie dadurch höher erzielte Preise hätten den Rückgang der Verkaufszahlen insgesamt teils kompensieren können, teilte das Unternehmen mit.

BMW rechnet nach eigenen Angaben auch im zweiten Halbjahr mit "anhaltend schwierigen Geschäftsbedingungen". Zwar dürfte der Absatz dann höher ausfallen als im Vorjahreszeitraum, prognostizierte der Autobauer. Das werde jedoch den "im ersten Halbjahr verlorenen Absatz nicht vollständig kompensieren können". Die Zahl der Auslieferungen im Gesamtjahr könnte daher unter dem Vorjahreswert liegen, schätzte das Unternehmen.

Das Ifo-Institut in München bescheinigte der deutschen Automobilindustrie insgesamt unterdessen eine leicht verschlechterte Geschäftslage im Juli. Demnach fiel der entsprechende Wert auf 20,5 Punkte, nach 22,4 im Juni. "Die Möglichkeiten der Pkw-Hersteller, steigende Materialkosten an den Verbraucher weiterzugeben, scheinen eine Grenze erreicht zu haben", urteilte das Institut. Die Preiserwartungen fielen auf 38,6 Punkte, im Juni waren es noch 73,1.

Als Folge der wirtschaftlichen Bedingungen fuhren die Autobauer laut Ifo zuletzt ihre Produktion zurück. Auch ihre Geschäftserwartungen sanken. Sorgen machen sich die Hersteller der Umfrage zufolge vor allem um eine mögliche Gasverknappung und die geschwächte chinesische Wirtschaft, die einen riesigen Absatzmarkt bildet.

hcy/pe

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