Qualcomm weist Übernahmeangebot von Broadcom zurück

Der US-Halbleiter-Konzern Qualcomm weist Übernahmeangebot des Konkurrenten Broadcom zurück

Der US-Halbleiterkonzern Qualcomm hat das Übernahmeangebot seines Konkurrenten Broadcom zurückgewiesen. Der Verwaltungsrat sei einstimmig zu dem Schluss gelangt, dass das Angebot in Höhe von 130 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) den Wert von Qualcomm "in signifikanter Weise zu niedrig ansetzt", erklärte Unternehmenschef Paul Jacobs am Montag. Marktstellung und Wachtumsperspektiven von Qualcomm seien darin nicht angemessen berücksichtigt.

Bei dem in den vergangenen Woche präsentierten Angebot von Broadcom handelt es sich um den Versuch einer feindlichen Übernahme. Der Chef des in Singapur angesiedelten Konzerns, Hock Tan, erklärte, durch den Größenzuwachs und eine breitere Produktpalette könnte das Unternehmen fortgeschrittenere Halbleiter-Erzeugnisse bieten und den Aktienwert steigern.

Es würde sich dabei um eine der größten Übernahmen in der Technologiebranche überhaupt handeln. Zusammen machen beide Konzerne einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar. Qualcomm selbst versucht gerade für 47 Milliarden Dollar den niederländischen Konkurrenten NXP zu kaufen. Die EU-Kommission prüft das Geschäft im Rahmen einer vertieften kartellrechtlichen Untersuchung.

Die Chiphersteller versuchen derzeit, dem scharfen Wettbewerb weltweit durch Aufkäufe und Zusammenschlüsse zu begegnen.