Pyeongchang – nur ein diplomatisches Wintermärchen?

Die Sportler kämpften bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang noch um die letzten Medaillen, da hatte US-Präsident Donald Trump seine alte Form wiedergefunden.

„Wenn die Sanktionen nicht wirken, müssen wir zu Phase zwei übergehen“, sagte Trump am vorletzten Tag der Spiele in Südkorea, „Phase 2 kann sehr grob werden. Sehr, sehr unglücklich für die Welt.“ Seine neuen Sanktionen sollten Dutzende Schiffe und –betreiber treffen, die Nordkorea illegal beim Handel mit anderen Ländern geholfen hätten.

Und dann die Bilder von der Abschlussfeier: Präsidententochter und –beraterin Ivanka Trump sitzt mit dem Nordkorea-General Kim Yong-chol auf der Ehrentribune – und lächelt. Kritiker warfen dem General, auch Vizechef des Zentralkommittees der kommunistischen Partei, vor, für einen Angriff auf die südkoreanische Korvette „Cheonan“ im Jahr 2010 verantwortlich zu sein, bei deren Untergang 46 Seeleute ums Leben kamen.

- was auch Anti-Nordkorea-Demonstranten bemängelten.

Und was ist mit der Delegation von Athleten aus dem Norden bei den Spielen? Mit den Funktionären und Kulturschaffenden? Und den Delegationen aus Nord und Süd unter unter einer Flagge?

Gemach: Bei der Eröffnungsfeier hatten sich US-Vizepräsident Mike Pence und die jüngere Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, nicht einmal ignoriert. Kein Händeschütteln, Funkstille. Sie gehöre einer „bösen Familienclique“ an, welche die 25 Millionen Bewohner des ostasiatischen Staates „misshandelt, unterwirft, aushungert und einpfercht“, sagte der US-Vizepräsident.

Nordkoreas Machthaber reagierten ungewohnt sportlich:

Bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele am Sonntag in Pyeongchang bekräftigte der – von Ivanka Trump angelächelte - General Kim Yong-chol, sein Land habe „ausreichende Absichten, mit den USA ins Gespräch zu kommen.“

Und zum Abschluss knallte es. Aber nur das Feuerwerk.

Sigrid Ulrich mit Reuters